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Payment 24.11.2015
Payment 24.11.2015

Einstellung im Januar Otto beerdigt sein Bezahlverfahren Yapital

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Ein zäher Kampf geht zu Ende: Die Otto-Gruppe stellt ihr Bezahlsystem Yapital Ende Januar 2016 für Konsumenten ein. Nur ein B2B-Ableger bleibt von dem einst ehrgeizigen Projekt.

Aus für Yapital: Die Otto-Gruppe zieht die Reißleine und nimmt ihr Payment-System Yapital vom Markt. Bis zuletzt war es dem Unternehmen nicht gelungen, bei den Verbrauchern für eine akzeptable Markenbekanntschaft und vor allem auch Nutzung von Yapital zu sorgen. "Die Verbrauchergewohnheiten ändern sich deutlich langsamer als von Marktbeobachtern prognostiziert", erklärte Marc Berg, Geschäftsführer von Yapital. Ende Januar 2016 ist nun Schluss, die bestehenden Verträge werden dann aufgelöst, Kundenkonten gekündigt.

Lediglich im B2B-Geschäft will Otto mit Yapital als Payment-Plattform präsent bleiben. Im Geschäftskundenbereich habe man mit Firmen wie Ratepay und Riskident sehr erfolgreiche Unternehmen aufgebaut. Deswegen wolle man sich nun auf dieses Segment fokussierten. Was genau Otto vorhat, ist nicht bekannt.

Otto hatte Yapital 2011 in Luxemburg gegründet. Als Cross-Channel-Payment sollte es sowohl im stationären Handel als auch beim Mobile- und Online-Shopping Verbreitung finden. Im stationären Handel ist es der Bezahltochter mit Banklizenz auch tatsächlich gelungen, eine Reihe, teils namhafter Partner wie etwa Rewe, Douglas oder die Tankstellenkette Total für sich gewinnen.

Konsumenten erkannten keinen Mehrwert

Die Konsumenten jedoch ließen sich nicht überzeugen: Der Mehrwert des QR-Code-basierten Bezahlverfahrens war für viele nicht ersichtlich, das praktische Handling im Laden überzeugte wohl auch nicht immer. "Die Gewinnung von Neukunden durch reines Marketing ließ sich betriebswirtschaftlich nicht umsetzen", heißt es seitens Otto dazu. Die große Marketing-Kampagne - zuletzt für dieses Jahr angekündigt - ließ auf sich warten und entpuppte sich als halbherziger,  in erster Linie kostengünstiger Versuch, sich den Konsumenten zu empfehlen.

Auch der Versuch, einen Investor zu finden, scheiterte. Seit dem Frühjahr hatte Yapital sich nach strategischen Partnern als Geldgeber umgesehen und Gespräche geführt. "Wir waren bis zuletzt optimistisch, aber leider hat es letztlich nicht gepasst", so Berg. Schon damals mehrten sich die Stimmen, die mit einem baldigen Ende Yapitals rechneten. Otto hat dem Vernehmen nach einen zweistelligen Millionenbetrag in das Tochterunternehmen investiert.

Als ein möglicher Kandidat wurde Paydirekt ins Spiel gebracht, das neue Bezahlverfahren, mit dem die deutschen Banken nun die Marktmacht von Paypal brechen wollen. Paydirekt ist in diesen Wochen mit den ersten vorsichtigen Schritten im Markt unterwegs. Ob es mehr Erfolg haben wird als Yapital, bleibt abzuwarten.

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