Suchmaschinenoptimierung 26.02.2014, 13:00 Uhr

Fünf Tipps für mehr Traffic

Mit effektiver Suchmaschinenoptimierung zu mehr Traffic auf der eigenen Website. Wie das geht, zeigen die folgenden Tipps.
(Quelle: Fotolia.com/gui_yong_nian )
Fünf SEO-Tipps aus dem 30 Tage-Plan des Online-Marketing-Beraters Andreas Graap verhelfen zu mehr Traffic auf der eigenen Seite.

Rich Snippets integrieren

Man muss nicht zwangsläufig auf der ersten Position der Ergebnisliste stehen, um eine gute Klickrate zu erzielen. Stattdessen können auch andere Faktoren dafür entscheidend sein, dass die Nutzer das weiter unten stehende Ergebnis aufrufen. Einer der wichtigsten Faktoren dafür ist das Rich Snippet, eine kleine Inhaltsanzeige. Ein normales Snippet besteht nur aus dem Title und der Meta Description, aber mit einem Rich Snippet kann man wirklich die Blicke auf sich ziehen. Folgende Rich Snippets lassen sich in Google mittels den Markups von schema.org einbinden:
•Erfahrungsberichte
•Personen
•Produkte
•Unternehmen und Organisationen
•Rezepte
•Veranstaltungen
•Musik
Die Links führen zu den Google-Seiten mit den Beispielen, die anzeigen, wie die Einbindung aussieht und funktioniert. Das Problem liegt darin, dass auch mit den richtigen Markups versehene Seiten diese nicht unbedingt in Google ausspielen. Stattdessen entscheidet Google selber, ob ein Rich Snippet angezeigt wird oder nicht. Man kann in den Markups übrigens auch mehrere Snippet Möglichkeiten angeben. Oft gibt es für die Content Management Systeme auch Plugins zu einzelnen Rich Snippet Typen, wenn die Google Anleitung nicht weiter hilft.
Die drei wichtigsten und bekanntesten Rich Snippets, welche Klicks bringen, sind:
• das Google+ Autorenprofil
• das Video Thumbnail
• Bewertungen

Die ersten beiden werden in den folgenden beiden Tipps besprochen, hier geht es jetzt mit den Bewertungen weiter. Der große Vorteil: Diese Bewertungen (meist in Stern-Form) sind sehr leicht auf der Seite einzubinden und bieten den Besuchern eine Möglichkeit zur Interaktion. Es gibt viele Optionen, diese Bewertungen zu nutzen, in WordPress können dies beispielsweise die Plugins All In One Schema.org Rich Snippets, Costumer Reviews oder Star Snippets. Das erste Plugin kann auch noch bei weiteren Rich Snippet Arten helfen. Am besten probiert man es einfach mal aus, im Google Structured Data Tool kann man sich das Ergebnis anschauen. Allerdings klappt es nicht immer, also nicht verzweifeln. Wie ein Snippet mit Sternen sich vom Rest abhebt, lässt sich hier gut erkennen:

Google Authorship integrieren

Der menschliche Faktor ist unglaublich wichtig, damit wir Vertrauen fassen. Im Internet herrscht aber zu großen Teilen Anonymität, weswegen sich mit dem Google Authorship Markup der menschliche Faktor in die Suchergebnisse bringen lässt. Bei vielen Suchanfragen ist es inzwischen Standard, dass einige der Ergebnisse das Profilbild des Autors von seinem Google+ Account anzeigen. Und plötzlich ist da kein anonymer Autor mehr, sondern ein (meist) echter Name und ein Gesicht. Da fällt das Ergebnis direkt mehr auf, auch wenn es nicht ganz oben steht. Bei der Ergebnisseite sticht dank des Autorenbildes auch ganz unten der Artikel noch hervor:

So kann man auch mit niedrigeren Rankings bessere Klickraten erzeugen. Und wenn die Leute noch auf Google+ folgen und selbst bei Google eingeloggt sind, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit auch in deren Suchergebnissen zu landen.
Aber wie richtet man das Google Authorship ein? Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Möglichkeit dürfte darin bestehen, eine Mailadresse der Domäne, auf der die Beiträge erscheinen, zu nutzen, wie mail@domäne.de und diese einzutragen. Nun muss man bei seinen Beiträgen auf der Seite nur noch Phrasen wie "von Autorenname" oder "Autor: Autorenname" stehen haben und wird als Autor erkannt.
Die andere Möglichkeit, falls keine Mailadresse auf der Domäne vorhanden ist, besteht in der Verlinkung auf das Google+ Profil. Dafür muss man in die eigene Seite den folgenden Link einfügen:

<a href="https://plus.google.com/+AndreasGraap?rel=author">Autorenname</a>

Die profile url ersetzt man dann durch die URL des Profils und lässt die Klammern weg. Den Link kann man am besten im Footer oder auf einer statischen Seite mit den anderen Autoren eintragen. Danach muss nur noch zu dem Google+ Profil gegangen und dort die Webseite unter "Macht mit bei" eingefügt werden. Eine Anleitung für beide Methoden gibt es auch bei Google. Im Structured Data Tool kann überprüft werden, ob es geklappt hat.

Alternativ gibt es eine weitere Möglichkeit, die Autorenschaft zu bestätigen. Dazu müsste man beispielsweise auf angron.de in den Header folgendes Meta Tag einbauen:
<link rel="author" href="https://plus.google.com/+AndreasGraap"/>

Einfacher geht es mit dem kostenlosen Yoast SEO Plugin für WordPress. Dort kann die Autorenschaft für die ganze Seite festgelegt werden. Das ist allerdings vor allem notwendig, wenn es nur einen Autor gibt oder man als Unternehmen schreiben will. Dafür ist es erforderlich, im Benutzer Menü von WordPress im Profil das Google+ Profil einzutragen und bei Google+ die Seite unter "Macht mit bei" einzufügen. Nun kann man im Social Bereich des Yoast SEO Plugins den Autor für die Seite festlegen. Der Test, ob es geklappt hat, kann wieder über das Structured Data Tool erfolgen.

Video Thumbnail

Hier folgt abschließend eines der drei wichtigsten Rich Snippets: das Video Thumbnail. Warum man daran arbeiten sollte, ein Video Thumbnail in die Suchergebnisse zu integrieren? Weil es super bei der Traffic Steigerung funktioniert. In einer kleinen Studie hat Moz.com herausgefunden, dass Video Thumbnails die Blicke quasi magisch anziehen:

 
Außerdem sind Videos das größte Vertical bei den Einbindungen in Googles Universal Search. Doch wie kriegt man seine Videos in die Suchergebnisse? Dafür muss eine Video Sitemap angelegt werden. Manuell ist das eigentlich unnötige Zeitverschwendung. Stattdessen sollte man hier ein bisschen investieren und sich eine Ergänzung zum bekannten Yoast SEO Plugin für WordPress holen, das Video SEO Plugin. Mit diesem kann man auf der Seite eingebettete Videos direkt einbinden, mit Meta Daten versehen und die Video Sitemap erstellt sich automatisch. Dabei werden die wichtigsten Plattformen wie YouTube, Vimeo oder Wistia problemlos unterstützt.
Bei YouTube Videos kann es problematisch werden. Diese tauchen oft schon von alleine in der Google Suche auf, wenn sie zu einem Thema gut passen und bekommen dann ein Video Thumbnail. Wenn man mit Videos auf der eigenen Seite ein Video Thumbnail erhalten möchte, kann dies für Probleme sorgen. Dazu ein kurzes Beispiel:
Eine Kochseite bietet ein Video, wie man eine BBQ-Sauce herstellt. Das Video wurde bei YouTube im Kanal der Kochseite hochgeladen. Wenn jemand nach "BBQ-Sauce herstellen" sucht, tauchen sowohl die Kochseite mit dem Video, als auch das YouTube Video selbst auf der ersten Suchergebnisseite auf. In einem solchen Fall besagen die Regeln von Google, dass nur das YouTube Video ein Thumbnail bekommt. Die Kochseite erhält hingegen kein Video Thumbnail - auch nicht, wenn sie bei den Ergebnissen höher platziert ist.

Das ist natürlich problematisch, da die Klicks nun eher zu dem YouTube Video gehen, als zur Kochseite, weil deren Ergebnis ohne das Thumbnail nicht die Blicke anzieht. Mit einem Trick lässt sich das aber ändern. Zunächst muss das Google+ Profil mit dem YouTube Account verknüpft werden. Ist dies passiert, muss nun ein Google Webmaster Tools Account für die eigene Webseite angelegt werden. Auf dieser Webseite muss nun noch das Google+ Profil als Autorenprofil hinterlegt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man auch für die eigene Seite ein Thumbnail erhalten, obwohl das YouTube Video ebenfalls auf der ersten Seite rankt:

Artikel untereinander verlinken

Das Ziel der Webseite sollte es sein, den Besucher so lange wie möglich auf der eigenen Seite zu halten. Das gibt nicht nur positive Signale an Google, die Besucher sollen sich ja auch wohlfühlen. Interne Verlinkungen sind wichtig, damit die Besucher sich auch andere Unterseiten anschauen. Und ein weiterer schöner Nebeneffekt einer guten internen Verlinkung: Der Linkjuice wird gleichmäßig über die ganze Seite verteilt.
Es gibt mehrere Methoden, wie man diese internen Links setzen kann. Die erste ist die aufwändigste, nämlich manuell. Vielleicht fällt einem ein Artikel ein, der zu dem neuen passt oder man verlinkt auf weitere Teile einer Artikel-Reihe.
In einem mac-ware.de Artikel wird zum Beispiel auf einen älteren Artikel verwiesen, der für das neue Tutorial benötigt wird. Die Verlinkung erfolgt direkt im Artikel:

Auf dem tagseoblog pflegt Martin Missfeldt weitere passende Artikel per Hand ein. Das geschieht unter dem neuen Artikel:
Das bedeutet natürlich etwas mehr Aufwand und man muss vor allem wissen, was man an Artikeln auf Lager hat. Gerade das Nachrüsten älterer Artikel ist sehr zeitaufwändig.
Zusätzlich oder alternativ kann man das auch automatisch ausspielen und verwandte Artikel anzeigen lassen. Auf T-Online zum Beispiel finden sich unter dem Text Kästen, in welchem frühere Artikel zum Thema eingetragen sind:

Man sollte zusehen, dass großzügig an den passenden Stellen intern verlinkt und mindestens ein automatisches Plugin eingesetzt wird, falls für manuell die Zeit fehlt.
 
Pro-Tipp zum Schluss: Bei Kategorie-Seiten geht oft der Linkfluss verloren. Mit dem Plugin WP-Pagenavi für WordPress lässt sich das Problem beheben und der Google Bot braucht weniger Klicks, um das Archiv zu crawlen.

Local SEO

Das Internet wird mobiler und damit auch die lokalen Suchanfragen. Wer da nicht vorbereitet ist, verliert nicht nur einiges an Traffic, sondern auch potentielle Kunden. Gerade in den Bereichen Gastronomie oder Dienstleistung gibt es viele Suchanfragen per Smartphone. Dabei ist es keine große Schwierigkeit, für diesen mobilen Traffic gewappnet zu sein. Besonders wichtig sind hier die lokalen Dienste von Google+.

Das große Problem liegt allerdings darin, dass Google seine eigenen Dienste oft stiefmütterlich behandelt und gerne mal beendet oder in andere Dienste aufgehen lässt. Aktuell kann man mittels Google Places und Google+ Local einen Eintrag für sein Unternehmen anlegen.
Die Google-Dienste sollten immer so weit wie möglich ausgefüllt werden. Es dürfen keine Felder offen bleiben, jedes Stück an Information kann den entscheidenden Vorteil in der lokalen Suche geben. Besonders ist auf die Bewertungen zu achten, die bei Google+ für Unternehmen abgegeben werden können. Bewertungen werden als Sterne in den lokalen Suchergebnissen angezeigt. Wer hier ein positives Ergebnis vorzuzeigen hat, bekommt mehr Aufmerksamkeit und Klicks. Darum sollte man Besucher ermutigen, positive Bewertungen abzugeben und bei negativen Bewertungen direkt reagieren.
Aber auch die Webseite will vorbereitet sein. Idealerweise hat man entweder eine mobile Seite oder ein Theme mit Responsive Design, sodass die Seite auch auf dem Smartphone gut zu navigieren ist. Damit Google die Seite auch für lokale Ergebnisse heranzieht, ist es wichtig, all die Adress- und Kontaktdaten aus dem Google Places oder Google+ Local Profil genau so auch auf der Webseite eingebunden zu haben. Auf jeder Unterseite sollte im Footer die Adresse eingetragen sein. So gibt man ein starkes Signal an Google, dass man für dieses lokale Ergebnis infrage kommt.
Außerdem ist es gerade bei der mobilen Suche wichtig, dass sofort auf der Seite alle wichtigen Infos wie Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten, Email etc. gefunden werden. Denn auf eine weitere Seite klicken die meisten mobilen Nutzer eher nicht.




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