Quartalszahlen 04.08.2016, 10:00 Uhr

ProSiebenSat.1: Umsatzwachstum dank E-Commerce und Ventures

Die Medienkrise scheint TV-Konzerne weiterhin wenig zu treffen. ProSiebenSat.1 konnte auch in  Q2 2016 ein Umsatzwachstum von 15 Prozent verzeichnen. Hauptverantwortlich für das Wachstum ist jedoch nicht das Fernsehen.
ProSiebenSat.1 Vorstandschef Thomas Ebeling
(Quelle: ProSiebenSat.1 )
Bei all den Problemen, die Medienhäuser in diesen Zeiten plagen, hat TV offenbar immer noch gut lachen. Neben Sky vermeldete jetzt auch ProSiebenSat.1 einen deutlichen Umsatzzuwachs von 15 Prozent im zweiten Quartal. Von April bis Juni haben die Münchner 886 Millionen Euro eingenommen. Das macht auf das ganze Halbjahr gesehen sogar ein Umsatzwachstum von 18 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.
Allerdings sind bei Weitem nicht mehr nur die Werbeeinnahmen für das florierende Geschäft verantwortlich. Ganze 44 Prozent des Umsatzes machte ProSiebenSat.1 außerhalb der TV-Werbeeinnahmen - auch hier kann eine Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Ziel von Vorstandschef Thomas Ebeling ist es, den Anteil bis Ende 2018 auf 50 Prozent zu steigern.

Prognosen bleiben trotz Brexit optimistisch

Insgesamt konnte der Münchner Medienkonzern seinen Recurring EBITDA um sieben Prozent auf 254 Millionen Euro steigern, der bereinigte Überschuss beträgt 133 Millionen Euro und wuchs damit um acht Prozent.
Trotz Brexit und Währungseffekten ist Ebeling auch für den Rest des Jahres wohl gestimmt. "Auch für die zweite Jahreshälfte sind wir optimistisch. Die Prognosen für den Arbeitsmarkt sind weiterhin positiv, das Konsumentenvertrauen ist nach wie vor stark." So ist auch die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 weiterhin im Plus. Der Konzern rechnet insgesamt mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent. Der TV-Werbemarkt soll allerdings "nur" auf ein Netto-Wachstum von zwei bis drei Prozent kommen.
Für das große Wachstum ist besonders die Ausweitung des Geschäftsmodells auf den E-Commerce, Ventures und entsprechende Akquisitionen verantwortlich. "Sowohl im zweiten Quartal 2016 als auch auf Halbjahressicht war das Ventures- und Commerce-Geschäft der stärkste Umsatztreiber", so das Unternehmen. Dabei haben sich offenbar besonders zwei Übernahmen hervorgetan: "Insbesondere Verivox und etraveli, unsere bisher größten Akquisitionen, haben im ersten Halbjahr einen attraktiven Wachstumsbeitrag geleistet", sagt Eberling.



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