Online-Marketing 21.05.2014, 08:20 Uhr

Die häufigsten Fallen beim Kampagnen-Tracking

Ein vollständiges, kanalübergreifendes Tracking der Marketingmaßnahmen kann ein entscheidender Erfolgsfaktor im E-Commerce sein. Doch in der Praxis wird häufig unvollständig oder gar nicht getrackt.
(Quelle: Shutterstock/iQoncept )
Online-Marketer sehen sich im Arbeitsalltag mit vielen Fragen konfrontiert: Welche Tracking-Anbieter sind für welche Seite verantwortlich? Welcher Cookie wird ausgespielt? Wird die Customer Journey vollständig erfasst? Welche Website sendet welche Informationen mit welchen Parametern und Cookies? Wie ist der Customer Lifetime Value?
Am liebsten würden Marketer die Performance ihrer Kampagnen bis auf die Nachkommastelle messen, meint Tobias Kiessling, CTO von intelliAd Media: "Doch in der Praxis wird oft gar nicht oder unvollständig getrackt - hier liegt viel Umsatzpotenzial brach." Kiessling hat die sieben häufigsten Tracking-Fehler zusammengefasst:
  1. Die Werbemittelklicks werden gar nicht getrackt. Gründe: Die Ziel-URL ist nicht umgeschrieben oder die Tracking-Parameter sind nicht an die Werbemittel-URL angehängt.

  2. Redirect-Ketten werden durch mehrfache Umschreibung verschiedener Tracking-Anbieter eventuell zu lang oder lösen sich durch inkorrekte Encodierung nicht richtig auf, sodass sie auf 404-Fehlerseiten führen. Das ist fatal und teuer, da der eingekaufte Traffic gar nicht auf der Website ankommt.

  3. Das Onsite-Pixel ist nicht auf allen Seiten eingebaut. Bei Einstiegsseiten ohne Onsite-Pixel kann der Referrer nicht ausgelesen werden. Somit lassen sich weder die Werbemittelklicks über Tracking-Parameter noch der SEO- und Direct-Traffic messen.

  4. Die Zeit, bis die Tracking-Pixel geladen sind, ist zu lang. Das kann etwa an zu langen Ladezeiten des Shops selbst liegen. Dann hat der User bereits weitergeklickt, bevor der Klick getrackt werden konnte.

  5. Tracking-Pixel werden aufgrund einer fehlerhaften Weitergabe des Codes an die Technik-Verantwortlichen unvollständig oder inkorrekt implementiert. Dadurch werden beispielsweise Werbemittelklicks nicht getrackt, Cookies nicht gesetzt und Conversion-Werte nicht übergeben.

  6. Statt der Deckungsbeiträge wird nur der Warenkorbwert mit übertragen. Die Folge: Umsatzstarke, aber margenschwache Artikel sind zu positiv bewertet.

  7. Stornos werden nicht berücksichtigt und verfälschen so die Performance. Umsatz, CPO, ROI und Co erscheinen besser, als sie sind. Da es Kampagnen mit 50 Prozent und mehr Stornos geben kann, muss diese Kennzahl unbedingt in die Kampagnen-Steuerung einfließen
Mit einem neuen Tool will die Performance-Agentur hurra.com das Tracking erleichtern: Damit werden die Suchen und Käufe eines Users über unterschiedliche Devices mittels verschlüsselter IDs in direkten Zusammenhang gestellt.
Ob das immer im Sinne des Nutzers ist, bleibt allerdings fraglich. Einer Umfrage des Hightech-Verbands Bitkoms zufolge haben bereits 54 Prozent der User Cookies gelöscht oder deren Speicherung blockiert.
Wie die Erhebung ergab, haben 43 Prozent der Befragten die Textdateien gelöscht und 28 Prozent die Einstellungen in ihrem Browser so verändert, dass diese nicht gespeichert werden können.



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