Abgabe auf Onlinemarketing in Frankreich 24.11.2010, 14:58 Uhr

Werbetreibende zahlen Google-Steuer

Der französische Senat hat eine Sonderabgabe beschlossen, die Unternehmen auf ihr Onlinewerbebudget zahlen müssen. Damit trifft die sogenannte Google-Steuer nicht den Internetkonzern, sondern die Werbetreibenden.
Abgabe auf Onlinewerbung in Frankreich
Der Steuersatz beträgt ein Prozent auf die Nettoausgaben und gilt für alle Unternehmen, die ihren Sitz in Frankreich haben. Die Mehreinnahmen für den Staat werden auf jährlich 10 bis 20 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Die Steuereinnahmen aus Fernsehwerbung belaufen sich in Frankreich auf rund 70 Millionen Euro.
Präsident Sarkozy hatte bereits im Januar eine Sonderabgabe für Google sowie für dessen Konkurrenten gefordert. "Diese Unternehmen werden dort besteuert, wo sie ihren Sitz haben, dabei schöpfen sie einen Teil unseres Werbemarktes ab", begründet er seinen Vorstoß.
Sarkozy plädierte zudem dafür, die Wettbewerbshüter einzuschalten, um die dominante Stellung des US-Konzerns auf dem Online-Werbemarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission lehnte dies aber bislang ab. Zudem kündigte er Unterstützung für die einheimischen Onlinemedien an.
Der neue Gesetzesartikel wurde noch nicht in der Nationalversammlung beraten, deshalb muss er noch einen Vermittlungsausschuss der beiden Parlamentskammern passieren - ein Scheitern gilt als unwahrscheinlich.



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