Betrug im Affiliate Marketing 08.08.2011, 14:15 Uhr

13 Millionen Euro Schaden durch Ad-Hijacking

Jede siebte Marke ist in Deutschland von Ad-Hijacking betroffen, das ergab eine Untersuchung des Webanalyse-Experten Xamine. Die Täter schlagen bevorzugt nachts oder am Wochenende zu, wenn die SEM-Manager Feierabend haben. Mindestens 13 Millionen Euro pro Jahr kostet dies die Werbetreibenden, sagt Xamine-Geschäftsführer Peter Herold: "Wir gehen davon aus, dass der Schaden in Wirklichkeit noch viel höher liegt."
Betrug im Affiliate Marketing (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Beim Ad-Hijacking kopieren die Täter komplette AdWords-Anzeigentexte und überbieten die Markeninhaber leicht, um auf den Google-Ergebnisseiten vor ihnen gelistet zu werden – ein Cent mehr reicht bereits aus. Klickt ein Nutzer auf ein gehijacktes AdWord, wird er jedoch nicht auf die Seite des Markeninhabers geleitet, sondern auf eine Seite eines Affiliates, der anschließend für das Weiterleiten des Nutzers eine Provision kassiert – wohl gemerkt: Für das Weiterleiten auf das Angebot, auf das der Nutzer ohnehin wollte. Um nicht ertappt zu werden, agieren die Täter verdeckt. Herold erklärt: „Die Betrüger treiben vor allem nachts und am Wochenende ihr Unwesen. Sie gehen dabei bevorzugt regional und zeitlich begrenzt vor, um das Aufdecken von Verstößen zu erschweren.“
Xamine hat im Frühjahr 2011 die Suchmaschinenwerbung für 1.600 Marken oder Unternehmenskennzeichen, die in Deutschland auf Google geschaltet wurden, analysiert. Um den Schaden durch kopierte Anzeigen zu beziffern, wurden die durchschnittlichen Adwords-Klickpreise mit den durchschnittlichen Affiliate-Provisionen verglichen.



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