Vermarkter-Supermacht 10.09.2015, 09:30 Uhr

Ströer will OMS übernehmen

Der Kölner Vermarkter Ströer will die OMS, Digitalvermarkter regionaler Tageszeitungen, übernehmen. Im Gegenzug erhält die OMS eine zehnprozentige Beteiligung an der Ströer Digital Group.
(Quelle: Shutterstock.com/Imilian)
Kein Stillstand bei Ströer: Das Kölner Medienhaus will die OMS, nationaler Digitalvermarkter der regionalen Tageszeitungen in Deutschland, übernehmen. Die OMS liegt aktuell mit über 28 Millionen Unique Usern auf Platz Sieben der Digital Facts der Agof.
Der Vermarkter OMS soll in die Ströer Digital Group im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage eingebracht werden. Im Gegenzug erhalten die Gesellschafter der OMS eine zehnprozentige Beteiligung an der Ströer Digital Group. Gesellschafter der OMS sind aktuell 33 deutsche Tageszeitungsverlage.
Ströer rechnet mit einem jährlichen Umsatzbeitrag der OMS von rund 30 Millionen Euro. Nach den Akquisitionen von OMS, T-Online.de und Interactive Media soll der Digital-Umsatzanteil im Konzern auf annähernd 40 Prozent bei einem Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro in 2016 und einer unveränderten Erwartung für die Operational EBITDA-Marge von 23 bis 24 Prozent ansteigen. Mittelfristig will das Kölner Medienhaus den digitalen Umsatzanteil auf 50 Prozent erhöhen.

Strategische Vorteile

Sowohl Ströer als auch OMS versprechen sich durch den Zusammenschluss strategische Vorteile im sich immer stärker konsolidierenden Online-Werbemarkt, "signifikante" Synergien auf verschiedenen Ebenen und einen verbesserten Zugang zu Kunden und Agenturen. Insgesamt erwartet das Unternehmen im Geschäftsbereich Digital unverändert zweistellige Wachstumsraten.
"Diese Transaktion hat für uns eine große strategische Bedeutung und ist ein weiterer, sehr wichtiger Schritt um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eines deutschen Online-Vermarktungshauses im Wettbewerb mit global agierenden Konkurrenten sicherstellen zu können", sagt Udo Müller, Vorstandsvorsitzender der Ströer SE. Stephan Marzen, Vorsitzender des OMS Beirats, ergänzt: "Der Zusammenschluss ist ein starkes Signal in Richtung der dringend notwendigen Konsolidierung des deutschen Online-Werbemarktes."
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt des Bundeskartellamts sowie "weiterer üblicher Vollzugsbedingungen".
Zuletzt wurde bekannt, dass Ströer Interactive Media kaufen möchte. Mit der Übernahme setzt sich Ströer Digital nicht nur vom Wettbewerb ab, der Online-Vermarkter schließt auch wichtige Lücken in seiner Wertschöpfungskette.

Ströer hat sich laut Agof internet facts zum größten deutschen Digital-Vermarkter entwickelt. Zusammen mit Interactive Media kann das Unternehmen zum Branchen-Star werden. So sah der Weg dorthin aus.




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