Lebensmittel im Netz bestellen 25.01.2011, 17:05 Uhr

"Onlinehandel kannibalisiert den stationären Handel nicht"

In Deutschland gibt es noch keinen wirklichen Wettbewerb in Onlinehandel mit Lebensmitteln. Davon zeigt sich Pete Clifford von Kaisers Tengelmann auf der TES 2011 überzeugt - und hofft darauf, dass bald mehrere große Player in diesen Markt einsteigen.
Lebensmittel online handeln (Foto: istock/Mlesna)
Bisher gebe es vor allem Onlinehändler, die Spezialitäten versenden, erklärt Clifford, große Sortimente hätten die wenigsten. Anders als in Deutschland sei es in Großbritannien üblich, ein Mal in der Woche einen großen Lebensmitteleinkauf zu machen. Deshalb wurde der Onlineversand dort auch sehr gut angenommen. Hierzulande sei es schwieriger, mit diesem Modell anzukommen, da die Menschen öfter in der Woche einkauften. Der Onlinehandel kannibalisiere jedoch nicht den lokalen Handel, er ergänze ihn. Das zeigten zumindest die Entwicklungen in Großbritannien.
Der Lebensmittelversand stelle ganz eigene Anforderungen an E-Commerce-Betreiber. Im lokalen Handel nimmt es der Kunde vielleicht noch hin, wenn er nicht genau das gewünschte Produkt bekommt, sondern ein Vergleichbares. Würde so etwas einem Onlineversender passieren, stünden die Chancen sehr gut, dass der Kunde nicht mehr wiederkommt. Clifford: "Wenn es gelingt, die frische Ware perfekt verpackt und in guter Qualität zum Kunden zu bringen, dann wird der Kunde auch erneut einkaufen."
Das perfekte Shoppingerlebnis zu schaffen, sei in diesem Bereich noch wichtiger, betont Clifford, der früher für Tesco arbeitete. Allein die Zusammenstellung und Verpackung von Lebensmitteln koste mehr als bei Non-Food-Produkten, da sie besondere Sorgfalt benötigten. Bevor Clifford für Kaisers Tengelmann tätig wurde, arbeitete er für den britischen Onlinehändler Tesco.


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