Lars Kranholdt von Buddybrand 12.04.2016, 15:00 Uhr

Einblick in den Arbeitsalltag eines Geschäftsführers

Social-Media-Agenturen sind in Zeiten von Snapchat, WhatsApp und Facebook gefragter denn je. Doch wie sieht eigentlich der Alltag eines Geschäftsführers einer Agentur aus? Lars Kranholdt nimmt uns mit.
Von Lars Kranholdt, Geschäftsführer Kreation bei Buddybrand
6 bis 6.30 Uhr: Der Wecker klingelt. Dreimal drücke ich die Snooze-Taste, damit ich noch so eine halbe Stunde dösig rumliege. Dann stehe ich auf. Im Schneckentempo.
7.30 Uhr: Ich frühstücke nie zuhause, deswegen steige ich ins Auto und fahre Richtung Büro - es sei denn, ich fahre zum Fitnessstudio, das ich ein bis zwei Mal die Woche irgendwie halbherzig besuche. Es läuft Deutschlandradio, die ersten Nachrichten für diesen Tag und gegebenenfalls Geschichten, die mich inspirieren. Ich liebe das Licht um diese Zeit - also, wenn es schon Licht gibt.
Auf dem Weg zur Arbeit: Sonnenaufgang in Berlin
Quelle: Lars Kranholdt
7.45 Uhr: Ich stelle den Rechner im Büro an, frühstücke und surfe durch meine Feeds. Zeitaktuelles Geschehen, Technik und Branchen-News auf Facebook, Twitter und Blogs bestimmen den Bildschirm. Ich gehe die To-dos für den Tag durch und priorisiere oder verschiebe (in der Hoffnung, dass sich niemand beschwert).
8.30 Uhr: Die erste Stunde Aufgaben abhaken kann beginnen. Bis 9.30 Uhr widme ich mich kleinen Tasks. Vielleicht gibt es auch etwas aus der Kreation, dass ich mir ansehen kann. Alles was schnell geht, ist grad sehr willkommen.
9.30 Uhr: Unser wöchentliches Montagsmeeting bringt alles Buddies gemeinsam in den Meetingraum und läutet die Woche ein. Die Geschäftsführung erzählt, was die Woche ansteht, was die letzte Woche passiert ist, zeigt lustige GIFs, gratuliert zum Geburtstag oder Jubiläum. Danach kommen die einzelnen Abteilungen zu Wort und präsentieren den einen oder anderen Projektstatus, die eigene Kreation oder aktuelle, digitale Trends.
10.30 Uhr: Munter geht es weiter mit dem nächsten Meeting: Die Redaktion findet sich zusammen und bespricht die aktuellen Google-Trends, Eilmeldungen und Nuzzel-Themen. Da wir als Social-Media-Agentur Echtzeit-Content für Kunden liefern, setzen wir uns jeden Morgen zusammen und besprechen, was für welchen unserer Kunden passen könnte.
11.45 Uhr: Der Montag ist voll mit Organisation und Planung: Jetzt geht es um unsere Ressourcen, die gemeinsam mit der Beratung, den Produktmanagern und den Kreativen durchgesprochen und geplant werden. Wenn alle Mitarbeiter sich zum Ende oder am Anfang der Woche kurz Zeit nehmen, um ihre Aufgaben mit Zeiten in Wrike eintragen, können wir sehen, wo Kapazitätsmangel entsteht.
12.30 Uhr: Mittagszeit. Ich hole mir einen ungesunden Snack. Ab morgen lebe ich gesünder! Versprochen. Vielleicht.
13 Uhr: Erneut ein paar kurze Stunden, um noch ein paar To-dos abzuhaken. Ich hab in all den Jahren seit der Agenturgründung immer noch großen Spaß daran, die Sachen selbst in die Hand zu nehmen: ein GIF für Facebook animieren, ein Ideen-Papier für einen Kunden erarbeiten, die Präsentation noch einmal hübsch zu machen und aufs Wesentliche zu kürzen.
Die Agentur setzt auf flexible Arbeitsplätze, materielle Reduktion und ausgeprägte Rückzugsorte.
Quelle: Buddybrand
15 Uhr: Schulterblick Pitch Kreation - wir kommen alle zusammen. Das Team präsentiert seinen Teil, den wir letzte Woche zum ersten Mal gemeinsam angesehen haben. Es ist fantastisch. Vor zwei Wochen wusste ich noch gar nicht, wie das alles zu schaffen sein soll - das hier heute überzeugt mich vom absoluten Gegenteil. Es gibt aber noch einiges zu klären: Wir müssen uns entscheiden, welche Beispiele es in die Präsentation schaffen. Zudem fehlt die Story. Die nächsten Schritte sind also schnell ziemlich klar.
16.30 Uhr: Ich springe noch kurz ins Fotostudio und schaue, was dort getrieben wird: Food-Shooting für unseren Kunden Granini. Rezepte mit Saft, die bei uns in der Küche umgesetzt und dann digital festgehalten werden - ich liebe diese talentierten Menschen hier!
Food-Shooting für Granini
Quelle: Buddybrand
17 Uhr: Kunde ruft an - Notfall. Anscheinend gibt es am nächsten Tag plötzlich eine Präsentation beim Marketing-Chef zum aktuellen Status der Microsite-Umsetzung. Die Berater sind nervös, der Kunde fällt aus allen Wolken und wir wollen alles tun, damit es auch was zu zeigen gibt. Wir sammeln das Team ein und machen einen kurzen Status. Leider ist die Zeit bei allen knapp, so dass ich die Kreation bitte, mir alle Layouts zu schicken, so dass ich "fix" eine Präsentation bauen kann. Der pünktliche Feierabend rückt in die Ferne. Die anderen To-dos müssen warten. Mein Abendessen zu Hause auch.
18 Uhr: Da wir die Kreation gerade signifikant vergrößern, sind die letzten Wochen geprägt von Vorstellungsgesprächen und Struktur-Meetings. Wir sprechen die Team-Strukturen, -Verantwortlichkeiten und Kundenaufteilungen neu durch und planen skalierbar in Units. Heute ist ein Content Creative Bewerber da, dessen Bewerbung ich schon so überzeugend fand, dass ich ihn vom Fleck weg eingestellt hätte. Da das aber nicht geht und unser Prozess streng durchgeplant ist, lerne ich ihn heute gemeinsam mit dem zuständigen CD kennen. Ein sehr gutes, langes und zufriedenstellendes Gespräch.
19 Uhr: Die Präsentation für den Kunden ist fertig und geht raus. Es sind noch einige Kollegen im Büro, so dass wir gemeinsam Essen bestellen. Nach 20 Uhr zahlen wir für die, die noch länger machen müssen. Kreuzberg ist übrigens eine gute Lage für Lieferservices. Es gibt wirklich gutes Bibimbap! Bis das Essen kommt setze ich mich noch mal mit dem Pitch-Team zusammen und spreche die Videoproduktion durch, die wir für eine Idee planen.
20 Uhr: Wir haben gemeinsam am Stand-Up-Meeting-Tisch gegessen. Ich schau noch fix in meine Termine für den nächsten Tag und mach mich auf den Weg nach Hause. Ein letztes Scrollen durch meine Feeds für den Tag und dann das Klicken der Bürotür hinter mir. Feierabend, Sofa, Essen.
Bibimbap
Bibimbap, eine Kreuzberger Geheimempfehlung.
Quelle: Buddybrand



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