Tipps für die Umstellung 20.12.2017, 14:38 Uhr

Google startet "Mobile First"-Index: Das müssen Seitenbetreiber tun

Vor gut einem Jahr kündigte Google den neuen "Mobile-First"-Index an. Seitdem gab es viele Gerüchte, jetzt steht der Rollout aber offiziell in den Startlöchern. Google gibt nun Tipps, wie sich Seitenbetreiber auf die Umstellung vorbereiten können.
Mit der Umstellung auf den "Mobile-First"-Index berücksichtigt Google künftig zuerst die mobile Version einer Website, um die Relevanz für User zu bewerten.
(Quelle: shutterstock.com/mrmohock )
Vor gut einem Jahr gab Google auf der Pubcon in Las Vegas bekannt, dass der Mobile-Index künftig den Desktop-Index als Hauptindex ablösen wird. Google fokussiert sich also zuerst auf die Mobile-Version einer Webseite und berücksichtigt erst dann, ob es auch eine Desktop-Version davon gibt. Der Mobile-Index und Mobile-SEO werden damit massiv aufgewertet, sie haben direkten Einfluss auf das Crawling der Desktop-Version und damit auf die Desktop-Rankings.
Seitdem gab es viel Spekulationen um einen möglichen Starttermin. Jetzt hat Google den Soft-Start des Mobile-First-Index offiziell bekannt gegeben.
Aktuell berücksichtigen Googles Crawling-, Indizierungs- und Rankingsysteme noch die Desktop-Version einer Seite und auch der GoogleBot gibt sich als Desktop-Browser aus. Das kann aber zu Problemen in der mobilen Suche führen, wenn sich die mobile Website-Version stark von der "stationären" unterscheidet. Bislang wurde auf die zunehmende Smartphone-Nutzung nur insofern reagiert, als dass der Nutzer in der mobilen Version eher Seiten empfohlen bekam, die auf dem Smartphone gut darstellbar sind. Künftig soll nun grundsätzlich die mobile Version der Inhalte für die Indizierung und das Ranking genutzt werden.
Wie Google-Mann Gary Illyes betonte, soll der Desktop-Index aber nicht verschwinden. Es gibt nun quasi zwei Varianten, einen Index für Desktop und einen für die mobile Version aller Webseiten. Je nachdem welches Device verwendet wird, kommen dann der entsprechende Index und dessen Rankingmethoden zum Einsatz.

Tipps für Seitenbetreiber

Websites, die ein responsives Webdesign implementiert und die dynamische Bereitstellung ihrer Inhalte korrekt implementiert haben, werden keine großen Umstellungen vornehmen müssen. Um sich dennoch bestmöglich auf die Änderung einstellen zu können, gibt Google im Webmaster Blog  Seitenbetreibern Tipps.
  1. Sicherstellen, dass die mobile Version der Website ebenso wichtige, qualitativ hochwertige Inhalte enthält wie die Desktop-Variante. Dazu gehören Text, Bilder (mit ALT-Attributen) und Videos - in den üblichen crawl-baren und indexierfähigen Formaten.
  2. Strukturierte Daten sollten sowohl auf der mobilen als auch auf der Desktop-Version der Website vorhanden sein. Dafür müssen die URLs der mobilen Seiten verwendet werden.
  3. Metadaten sollten auf beiden Versionen der Website vorhanden sein. Der Title und die Metabeschreibungen etwa müssen in beiden Versionen aller Seiten der Website gleichwertig sein.
  4. Für die Verlinkung mit separaten mobilen URLs (m.-URLs) sind keine Änderungen notwendig. Für Seiten, die separate mobile URLs verwenden, sollten Links mit den Attributen rel=canonical und rel=alternate verwendet werden.
  5. hreflang-Links sollten für Mobile und Desktop getrennt genutzt werden und müssen auf mehrsprachigen Seiten überprüft werden.
  6. Der Hoster muss die potenziell erhöhte Crawl-Rate bewältigen können. Das betrifft keine responsiven Seiten, sondern nur Websites, bei denen sich die mobile Version auf einem separaten Host befindet, wie etwa m.example.com.
Google bewertet Seiten nach diesen Kriterien. Der neue Index ist ab sofort ausgerollt - zunächst für unbekannte Test-Seiten. Liegen hier dann positive Ergebnisse vor, wird der Prozess weiter ausgeweitet. Eine konkrete Timeline gibt es nicht.



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