Offiziell bestätigt 02.06.2017, 09:02 Uhr

Anfang 2018: Google bringt Adblocker in Chrome Browser

Nun ist es offiziell bestätigt: Google integriert einen Adblocker in die Mobile- und Desktop-Version seines Chrome Browsers. Er soll ab 2018 die von der Coalition for Better Ads als störend definierte Werbeformate unterdrücken.
Anfang 2018 soll der Adblocker in Googles Chrome Browser implementiert sein.
(Quelle: shutterstock.com/Ilona_Koeleman)
Die Diskussionen sind allen Branchenteilnehmern hinlänglich bekannt: Nicht jede Werbung im Internet ist mehrwertig und sieht gut aus. Nutzer setzen daher verstärkt auf Adblocker, was auch "akzeptable" Werbung blockiert. Nach langen Diskussionen und Spekulationen hat sich nun Google dazu entschlossen, ein Zeichen im Kampf gegen schlechte Online-Werbung zu setzen. Das Unternehmen wird ab Anfang 2018 in seinem populären Browser Chrome eine entsprechende Adblocker-Software zur Unterdrückung von Ads integrieren, so Rahul Roy-Chowdhury, VP Product Management, auf dem Google-Blog.
Das Feature soll standardmäßig in der Mobile- und Desktop-Version integriert sein, Nutzer könnten den Adblocker dann in Chrome einfach an- oder ausschalten. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Geblockt werden "nur" bestimmte Werbeformate. Dazu gehören die Formen, die die "Coalition for Better Ads" erst jüngst als nicht akzeptabel eingestuft hatte, etwa Full Page Interstitials, Anzeigen, die sofort mit Ton starten und Flash Ads.

Coalition for better ads

Zu dieser Vereinigung schlossen sich im Herbst vergangenen Jahres namhafte Unternehmen, Agenturen und Verbände zusammen. Zum Verbund gehören Vermarkter wie Google und Facebook, Adtech-Dienstleister wie Appnexus, Branchenverbände wie der BVDW und die World Federation of Advertisers, Werbungtreibende wie Procter & Gamble und Unilever sowie Mediaagenturen wie GroupM oder die Omnicom Media Group.
Ihr gemeinsames Ziel: Mit besseren Werbeformaten das digitale Nutzererlebnis verbessern. Das wiederum soll in erster Linie durch das Erarbeiten neuer globaler Standards möglich werden. Die ersten 18 laut der Coalition nicht nutzerfreundlichen Formate präsentierte der Verbund erst vor wenigen Wochen.

Zur "Coalition for better ads" gehören Google, Facebook, AppNexus oder die Verbände BVDW und IAB. Sie wollen bessere Online-Werbung schaffen und haben dafür untersucht, welche Desktop- und Mobile-Werbeformate beim Nutzer nicht gut ankommen.

Gratwanderung für Google

Der Schritt ist auf jeden Fall eine Gratwanderung für Google, ist das Unternehmen doch auf Online-Werbung als Haupteinnahmequelle angewiesen. Laut WSJ zahlt Google derzeit auch dafür, um auf der Liste für akzeptable Werbung von Eyeo zu stehen. Im Gegenzug würden Anzeigen in der Google-Suchmaschine und andere von Google gesteuerte Werbemittel von der Software nicht blockiert.
Um alle Kunden und Partner auf die neue Entwicklung vorzubereiten, bringt Google heute auch den sogenannten Ad Experience Report auf den Markt. Mit ihm können Website-Betreiber feststellen, inwieweit ihre Website den Better Ads Standards entspricht. Mit Funding Choices, das nun als Beta-Version zur Verfügung steht, können Publisher Lesern, die einen Adblocker einsetzen, mit einer persönlichen Nachricht einladen, entweder den Blocker zu deaktivieren oder einen Contributor-Pass zu erwerben, um sämtliche Werbung vom neuen Google Contributor entfernen zu lassen.



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