#machine_learning 13.09.2017, 13:10 Uhr

Künstliche Intelligenz auf der dmexco

Machine Learning, alternativ auch als künstliche Intelligenz bezeichnet, zieht in Marketing- und Commerce-Technologien ein. Es gibt kaum ein Unternehmen in diesen Bereichen, das sich nicht damit auseinandersetzt.
(Quelle: shutterstock.com/Carlos Amarillo)
Längst haben die großen Marketinglösungs-Anbieter wie Adobe, Salesforce, Oracle und natürlich auch Google maschinelles Lernen in ihre Plattformen integriert. Salesforce nennt seine KI-Technologie "Einstein" und bezeichnet sie als "persönlichen Data Scientist". Seit März arbeitet das Software-Unternehmen zudem mit IBM zusammen, um gemeinsam Lösungen mit künstlicher Intelligenz (KI) zu entwickeln. Hubspot, Anbieter einer Marketing-Software, hat vor Kurzem das KI-Start-up Kemvi übernommen. Der E-Commerce-Software-Anbieter Commercetools hat angekündigt, in den kommenden zwölf Monaten ein siebenstelliges Budget zu investieren, um seine Cloud-Lösung mit Machine Learning zu stärken.
Machine Learning und künstliche In­telligenz wabern als Modebegriffe durch die Marketingwelt. Künstliche Intelligenz klingt zwar sexy, doch was wird dadurch im Marketing konkret besser? Welche Beispiele gibt es für den Einsatz? INTERNET WORLD Business hat einige Spezialisten befragt, was KI im Marketing heute schon kann und welche Entwicklung absehbar ist.
Peter Ziras, CEO des E-Mail-Marketing-Spezialisten Inxmail, bezeichnet künstliche Intelligenz als "Revolution im Marketing". Als konkrete Beispiele für ­deren Einsatzmöglichkeiten nennt er ­digitale Assistenten, automatisierte Kauf­empfehlungen und vorausschauenden Kundenservice. "Es geht immer um Daten und deren sich selbst verbessernde Interpretation: Die Maschine lernt aus der Interaktion mit Daten", erklärt er das Prinzip des maschinellen Lernens. Noch gebe es zahlreiche Baustellen, bis KI im Marketing für Firmen einen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen kann, meint Ziras. "KI wird oft so dargestellt, als ob Intelligenz sofort vorhanden und nutzbar wäre. Das ist aber nicht so", betont Ziras. Spezialisten seien nötig, um die Systeme zu betreuen, Schnittstellen zu programmieren, neue Daten zu erschließen und Services zu entwickeln. Im Kundenkontakt werde KI zu einem ­Paradigmenwechsel führen, ist sich Ziras sicher: "KI wird zunehmend autonom ­Teile der Kommunikation übernehmen, Kundenanfragen selbstständig beantworten, Transaktionen abwickeln und personalisierte Hilfestellung bieten."
Bernd Wagner, Regional Vice President Marketing Cloud bei Salesforce, meint, dass die Fähigkeit von Maschinen, voraus­­schauende Aussagen zu treffen (Fachwort "predictive"), schon heute hilft, das richtige Produkt, den passenden Zeitpunkt und den geeigneten Kanal zu identifizieren: "Für mich bedeutet KI im Marketing das Ende der Glas­kugel, nun geht es um Wissen." Voraus­gesetzt die Daten sind vorhanden, brauchen Unternehmen nicht mehr zu raten, was Kunden wollen, sie können Wissen aus den Daten ableiten. "Mit KI können Marketer tiefere Einblicke gewinnen und datenbasierte, zukunftsgerichtete Empfehlungen treffen", sagt Wagner. Noch stehe der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Marketing ganz am Anfang, doch in der intelligenten Datennutzung schlummere großes Potenzial.
Jan Pilhar, Executive Director Strategy bei der Digital-Agentur Aperto, berichtet, dass künstliche Intelligenz heute schon die Art, wie Werbung erstellt und ausgesteuert wird, verändert. Als Beispiel nennt er "Programmatic Creativity". Damit gemeint ist, dass Elemente in Werbemitteln automatisch an den einzelnen Nutzer angepasst werden. Mit Bilderkennung, die auf KI ­basiert, lassen sich zudem Produkte oder Logos, die im Web gepostet werden, iden­ti­fizieren. So können Unternehmen auch Bilder, nicht nur Texte, die sich auf ihre Marken beziehen, auswerten.




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