dmexco 2017 14.09.2017, 16:11 Uhr

Adblocker-Panel: Digitale Werbung darf nicht an Relevanz verlieren

Beim Treffen der digitalen Werbewirtschaft in Köln, der dmexco, musste natürlich auch das Thema Adblocker diskutiert werden. Vertreter der "Coalition for Better Ads" stellten im Panel "Previously on better Advertising" erste Ergebnisse vor.
Das Adblocker-Panel auf der dmexco
(Quelle: Susanne Gillner )
Die "Coalition for Better Ads" will mit Mitgliedern wie Google, Facebook oder dem BVDW und IAB neue globale Standards für Online-Werbung erarbeiten. Sie wurde im vergangenen Jahr als Offensive gegen die Verbreitung von Adblockern gegründet. In den Fokus der Aufmerksamkeit geriet die Koalition vor wenigen Wochen, als Google bekannt gag, die Entwickler-Variante seines Chrome-Browsers für Android ab sofort mit einem integrierten Werbeblocker auszuliefern. Das Feature sperrt automatisch alle "aufdringlichen" Werbeelemente, also solche, die nicht den Vorgaben der "Coalition for Better Ads" entsprechen. Zu diesen zählen etwa Anzeigen mit automatisch startendem Ton und Video.
Auf der dmexco nun gaben Vertreter der Initiative Einblicke in den aktuellen Stand der Dinge. Die Panel-Teilnehmer Thomas Duhr (BVDW), Arne Kirchem (OWM, Unilever), Karin Libowitzky (Vizeum), Thomas Schreiber (Google) und Thomas Wagner (SevenOne Media) diskutierten mit Moderator Martin Meyer-Gossner den Status quo.

Der Kunde sagt, wo es lang geht

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Werbung nicht an Akzeptanz verlieren darf und dass das einiges an Selbstdisziplin von allen Marktteilnehmern fordert. "Der Kunde sagt, wo es lang geht und im Fokus sollte daher stets das Kampagnenziel stehen", so Wagner von SevenOne Media. Daher gehe es bei der Auswahl der Werbeformate auch um eine ergebnisgetriebene Auswahl.
Den Nutzer in den Vordergrund will auch Google stellen. Sonst funktioniere das ganze Ökosystem nicht, meint Schreiber. Weniger als ein Prozent der Webseiten nutze Formate, die die Coalition for better ads nicht gut heiße. Das will das Unternehmen eindämmen, indem der Chrome Browser künftig entsprechende Formate ausblendet.
Für Duhr sind die Vorgaben der Koalition eher Empfehlungen als Standards. Denn es sei nicht nur das Format entscheidend, sondern auch zahlreiche andere Parameter wie die Ladezeiten oder die Viewability etc. Auch kulturelle und internationale Faktoren spielen eine Rolle. Kurz: Werbung ist auch umfeldabhängig. Das gelte es zu berücksichtigen.
Alle Teilnehmer sehen die Coalition aber als wichtigen ersten Schritt. Man ziehe nun schon einmal an einem Strang, nun gelte es auch dabei zu bleiben. Google sieht sich hier in der Pflicht. Denn Standards oder Empfehlungen alleine genügen nicht laut Schreiber. Der Chrome-Adblocker helfe, diese auch einzuhalten und reduziere den Zustrom an neuen Adblocker-Nutzern. Daneben fordert er aber auch die Kommunikation mit den Nutzern.



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