Reform des EU-Urheberrechts 13.11.2018, 14:04 Uhr

YouTube-Chefin warnt Europäer vor striktem Geoblocking

YouTube-Chefin Susan Wojcicki verschärft ihre Kritik an der geplanten Reform des EU-Urheberrechts. In einem Blogpost warnt sie davor, dass bestimmte Inhalte künftig in der Europäischen Union geblockt werden könnten.
(Quelle: shutterstock.com/Kaspars Grinvalds )
YouTube-Chefin Susan Wojcicki geht in einem Blogpost weiter mit dem umstrittenen Artikel 13 der geplanten Urheberrechtsrichtlinie ins Gericht. Sie warnt davor, dass einige Videoinhalte in der EU nicht mehr verfügbar sein können, wenn die Reform in dieser Form in Kraft treten sollte.
Denn der neue Artikel 13 mache Internetunternehmen direkt für jede Urheberrechtsverletzung bei den auf ihrer Plattform veröffentlichten Inhalten verantwortlich. "Der Ansatz des Parlaments ist in vielen Fällen unrealistisch, da sich die Urheberrechtsinhaber oft darüber streiten, wer welche Rechte besitzt. Wenn sich die Eigentümer nicht einigen können, ist es unmöglich zu erwarten, dass die offenen Plattformen, die diese Inhalte hosten, die richtigen Rechtsentscheidungen treffen", so die YouTube-Chefin.

Die potenziellen Verbindlichkeiten

Auf YouTube werden pro Minute mehr als 400 Stunden Video hochgeladen. Die potenziellen Verbindlichkeiten, die daraus resultieren, werden so groß sein, dass kein Unternehmen ein solches finanzielles Risiko eingehen kann. Diese Unsicherheit könnte dazu führen, dass YouTube solche Videos in EU-Ländern sperren muss. "Die Folgen von Artikel 13 gehen über finanzielle Verluste hinaus. Die EU-Bürger laufen Gefahr, von Videos abgeschnitten zu werden", sagt Wojcicki.
Bereits im Oktober äußerte sich die YouTube-Chefin Susan Wojcicki kritisch gegenüber der geplanten Reform. Sie rief damals Anbieter von Videoinhalten auf der Google-Plattform auf, in der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform gegen mögliche Upload-Filter zu protestieren.
Nun fordert sie die politischen Entscheidungsträger auf, eine Lösung zu finden, die sowohl die Rechteinhaber als auch die Schöpfer schützt. Des Weiteren verlangt sie, dass diese der wachsenden Zahl von EU-Stimmen zuhören, die sich einig sind, dass es einen besseren Weg geben muss.



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