Bewegtbildwerbung 20.08.2019, 08:04 Uhr

Das sind die Trends in der Videowerbung

Eigene Kreationen, eigene Formate und der Wunsch nach Performance-orientierter Abrechnung: Video-Werbung boomt und entwickelt sich rasant weiter.
(Quelle: shutterstock.com/emojoez)
Bei manchen digitalen Werbeformen mag die Nachfrage zuletzt ein wenig nachgelassen haben. Video-Werbung ist von solch sinkendem Interesse jedoch nicht betroffen - im Gegenteil. Nach Hochrechnungen des internationalen Verbands IAB (Interactive Advertising Bureau) boomt die Gattung. Die Werbewirtschaft wird ihre Ausgaben für Video-Werbung weltweit in diesem Jahr um 25 Prozent steigern. In Deutschland dürften die Umsätze dann bei 430 Millionen Euro liegen. 
Vor diesem Hintergrund zeichnen sich einige Trends ab. Wir skizzieren die aktuell wichtigsten Entwicklungen.

Video-Werbung wird eigenständig

Die Gattung emanzipiert sich: Online-­Videos werden nicht länger als Abfallprodukt der Fernsehwerbung verstanden, sondern als eigenständige Form. "Es scheint, als ob die Zeiten, in denen der TV-Spot nahezu eins zu eins in den Online-­Video-Bereich übertragen wurde, der Vergangenheit angehören", sagt Sai-Man Tsui, Geschäftsführer der Mediaagentur JOM. "Stattdessen wird Online-Video kreativ als eigenständig betrachtet." Im Idealfall werden aus einer kreativen Leitidee verschiedene Formate für unterschiedliche ­Kanäle, Umfelder und Zielgruppen entwickelt - vom 25-Sekunden-Pre-Roll über das sechssekündige "Bumper Ad" bis zur Instagram Story. Tsui: "Dann sieht eine junge Frau ­Anfang zwanzig einen anderen Spot als der Familienvater mit Mitte fünfzig."

Fokus auf Smartphone

Dies führt auch dazu, dass sich die ­Video-Produktion zunehmend am Smartphone orientiert. Denn dort spielt künftig die Musik. "Besonders stark wird der ­Video-Konsum auf mobilen Endgeräten zunehmen und dazu führen, dass Mobile künftig die Video-Formate vorgeben wird", sagt Ralf Hammerath, CEO bei Adition Technologies. "Statt einem für Mobile Devices ungeeigneten 16:9-Format werden schon bald Mobile-spezifisch optimierte Formate wie Porträt-Mode oder Vertical Videos dominieren." Der Grund: Spots müssen auch im Hochformat funktionieren, wenn sie auf Kanälen wie Instagram und Tiktok funktionieren sollen.

Lautlose Werbevideos 

Sie müssen zudem ohne Ton auskommen können, denn die User hassen es, wenn ein Spot plötzlich lautstark losplärrt. "Eine ­aktuell wichtige kreative Entwicklung ist die Optimierung von Werbemitteln für Sound-off-Situationen", unterstreicht Björn Radau, Director Marketing & Communications bei Teads. "Nutzer wollen nicht ohne Vorwarnung laute Video-Werbung per Autoplay ausgespielt bekommen." Bei der Konzeption von Video-Werbung sollte also berücksichtigt ­werden, dass Textzeilen oder Headlines integriert werden, damit die Botschaft auch tonlos rüberkommt. "Dabei müssen Titel und Texte entsprechend groß in die Videos eingefügt werden, um auch auf kleineren ­Geräten lesbar zu sein", sagt Christoph Gaschler, CEO von Videobeat Networks.



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