Serie, Teil 1 15.07.2018, 10:39 Uhr

Internationale SEO-Präsenz: Domain-Strategie als Basis

Für viele Mittelständler ist es wichtig, im Internet weltweit gut gefunden zu werden. Welche strategischen Entscheidungen müssen getroffen werden, damit das über Google und Co gut funktioniert?
(Quelle: Fotolia.com/Cybrain)
Von Markus Hövener, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Bloofusion
Viele internationale Webseiten bieten zwar Inhalte für mehrere Länder und Sprachen an, doch in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) wird das oft nur suboptimal umgesetzt. In der Folge werden Inhalte schlecht gefunden oder für manche Suchbegriffe die falschen Inhalte in den Suchergebnissen gängiger Suchmaschinen ausgespielt. Unsere zweiteilige Serie soll die wesentlichen Schritte und alle SEO-relevanten Aspekte aufzeigen, die bei der Umsetzung zu beachten sind, wenn Unternehmen sich auf anderen Märkten oder global anbieten wollen.

Eine Domain-Strategie als wichtige Ausgangsposition

Das Wichtigste bei einer wirksamen inter­na­tionalen SEO-Präsenz ist die Domain-Strategie. Dafür muss man wissen, dass ­eine Domain auch hinsichtlich ihrer externen Verlinkungen (Backlinks) bewertet wird. Wenn eine bestimmte Domain von vielen anderen, möglichst thematisch relevanten und ebenfalls stark verlinkten Web-Seiten verlinkt wird, haben deren Inhalte höhere Chancen auf gute Rankings.
So wie Google werten auch andere Suchmaschinen diese Informationen aus und ermitteln darüber die Position der jeweiligen Seite in der Ergebnisanzeige. Will sich ein Unternehmen in verschiedenen Ländern über das Internet anbieten, gibt es grundsätzlich drei empfehlenswerte Arten, dies zu realisieren: separate Top-Level-Domains (TLD) zum jeweiligen Land (domain.de, domain.fr, ­domain.at et cetera), Ordner-Lösungen (zum Beispiel domain.com/de/ und domain.com/fr/) und Subdomains (wie de.domain.com und fr.domain.com).
Es gibt natürlich in der Praxis noch einige andere Lösungen. Manchmal wird beispielsweise die Sprache als URL-Para­meter angehängt (domain.com/startseite.html?lang=de). Eine solche Lösung ist jedoch nicht empfehlenswert, weil interessante Konfigurationsmöglichkeiten nicht möglich sind. Doch dazu kommen wir später in diesem Beitrag. Bis dahin sollen die drei genannten Optionen betrachtet werden. Denn es stellt sich natürlich die Frage: Welche dieser Methoden passt zu den eigenen Vorstellungen am besten?
Das ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. In vielen Fällen hängt es mit der eben genannten externen Verlinkung zusammen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat die Webseite domain.de für Deutschland und domain.dk für Däne­mark. Der wichtigste Markt ist Deutschland, weshalb die .de-Domain sehr gut verlinkt ist. In Dänemark besteht dagegen keine starke Marktstellung, sodass sich dort keine guten Verlinkungen ergeben. Die .dk-Domain ist also nicht oder kaum verlinkt und wird somit in Dänemark, vor allem bei konkurrenzstarken Suchbegriffen, keine relevanten Rankings generieren können. Es gibt also zwei Webseiten, wobei die "schwächere" nicht von der "stärkeren" profitieren kann. Daher wird dieses Prinzip auch als "Einzelkämpfer-Modell" bezeichnet.

Subdomains und Ordner als populäre Alternativen

Anders ist es, wenn sich alle Inhalte auf ­einer Hauptdomain wie domain.com befinden und über die Unterordner "de" und "dk" sortiert sind. Da sich alle Backlinks auf die Hauptdomain beziehen, profitiert jede Sprach-Version von der insgesamt guten Verlinkung. Dieses Modell hat aber auch Nachteile: Da die Webseite von deutschen und dänischen Seiten verlinkt wird, ist das sogenannte Linkprofil nicht mehr so homogen. Ein weiterer Nachteil ergibt sich - zumindest theoretisch -, wenn eine bestimmte Länderversion gegen Google-Richtlinien verstößt (zum Beispiel mit unzulässigen Verlinkungen). In diesem Fall wird die gesamte Webseite dafür bestraft. Wenn ein Mitarbeiter in Dänemark also kontraproduktive Maßnahmen beschließt, kann das auch negative Effekte auf die deutschen Rankings haben. Da quasi alles auf ein Konto "eingezahlt" wird, lassen sich große positive Effekte erzielen, aber auch ebenso große Schäden anrichten.
Die Frage, ob Strukturen über Ordner oder Subdomains angelelegt werden sollten, ist unter SEO-Experten noch immer umstritten. Viele von ihnen tendieren zur Ordner-Lösung, während Google nicht müde wird zu betonen, dass eine Subdomain-Lösung ebenfalls sehr gut funktioniert. In der Praxis finden sich daher auch - je nach Unternehmen - beide Lösungen. In diesen Fällen fehlt die Möglichkeit zu überprüfen, wie gut welche Strukturierung funk­tioniert, wenn man auf die jeweils andere Lösung wechselt.
Bei der Lösung mit Unterordnern befindet sich alles auf derselben Domain (also domain.com), sodass in Bezug auf Metriken wie Backlinks auch wirklich alle Versionen direkt voneinander profitieren. Die Implementierung über Subdomains hingegen bewirkt, dass die unterschied­lichen Versionen weniger voneinander profitieren, da ein Backlink eine konkrete Sub­domain (also etwa fr.domain.com) stärkt und das nur bedingt auf die Haupt-Domain der Webseite domain.com ausstrahlt. Bei der Subdomain-Lösung ist sprachlich alles aufeinander abgestimmt. Wer also eine Subdomain wie fr.domain.com mit Inhalten versorgt, bietet Google eine Menge Seiten an, die allesamt französisch sind. Die Subdomain bietet insgesamt also einen etwas kohärenteren Weg, Inhalte abzulegen.



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