Unauffällige Anzeigen 24.09.2018, 08:06 Uhr

Native Advertising nach dem Hype: Die Nachfrage steigt

Native Ads liegen im Trend. Der Grund ist einfach: Die User reagieren auf störende Werbebotschaften mit zunehmender Skepsis. Native Advertising ist da eine Alternative.
Native Advertising: Die Werbeform passt sich optisch und inhaltlich dem Content der Seite an und wird deshalb als Mehrwert wahrgenommen.
(Quelle: shutterstock.com/OlegD )
Es war einer der großen Hypes. Ähnlich wie derzeit über künstliche Intelligenz debattierte die Digital-Branche vor rund vier Jahren über das Phänomen "Native Advertising". Der Werbeform, so das Versprechen, gehöre die Zukunft. Denn ­anders als herkömmliche Banner gingen Native Ads dem User nicht auf die Nerven. Sie stören nicht, werden vielmehr als ­redaktioneller Content betrachtet und deshalb weitgehend akzeptiert.
Heute lässt sich feststellen, dass native Anzeigen tatsächlich im Mainstream ­angekommen sind. Werbungtreibende ­investieren immer mehr in diese Werbeform - auch in diesem Jahr wieder. "Native Advertising ist in der modernen Werbewelt angekommen und zählt mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der Marketingstrategie von Unternehmen", stellt Katharina Loukidis, Director Business Development DACH bei Plista, zufrieden fest.

Native Ads stehen für glaubwürdige Werbung

Plista zählt zu den Anbietern, die Native-Advertising-Kampagnen umsetzen. In der Regel geht das über kleine Text-Bild-­Anzeigen, die auf News-Seiten so platziert werden, dass sie sich thematisch und ­optisch in ihr Umfeld einfügen. Sie sind redaktionell gestaltet und wecken das ­Interesse an  der angeteaserten Story. Im besten Fall merkt der User gar nicht, dass er hier auf eine Anzeige klickt und auf ­einem Beitrag landet, der im Auftrag eines Unternehmens verfasst wurde. Denn, das ist das ­Geheimnis von Native Advertising: Bis auf die Kennzeichnung als Anzeige oder Sponsored Post ist dort alles tabu, was an herkömmliche Werbung erinnert. 
"Die Werbeform passt sich optisch und teilweise auch inhaltlich dem Content der Seite an", sagt Liesbeth Mack-de Boer, ­Managing Director von Ligatus. "Deshalb werden Formate wie Artikelempfehlungen oder Videos eher als Mehrwert wahrgenommen denn als störend empfunden." Damit, ergänzt Wolfgang Bscheid, Chef der Agentur Mediascale, werden sie auch  von Menschen akzeptiert, die Werbung sonst eher skeptisch begegnen. "Mit ­Native Advertising können wir Zielgruppen erreichen, die auf eine normale Kampagne nicht anspringen würden."

Ideal für erklärungsbedürftige Produkte

Native Ads eignen sich für emotionale Produkte wie Autos oder Reisen, vor ­allem aber auch für sensiblere Themen aus dem Pharma- oder Finanzbereich - also dort, wo nicht alles in eine kurze, knappe Aus­sage gepackt werden kann. "Native Ads sind ideal für erklärungsbedürftige Themen, für Inhalte, die Fläche brauchen", sagt Wolfgang Bscheid. "Aber vor allem für Themen, bei denen ein werblicher Anstrich die Glaubwürdigkeit nur stören würde."
Mediascale untersuchte unlängst eine Native-Kampagne der Direktbank ING-Diba. Diese hatte Text-Teaser-Anzeigen auf Stern.de und Focus Online geschaltet und dann den Usern weiterführende Artikel mit Headlines wie "Die größten Fouls beim Gebührenkonto" angeboten. Ergebnis: Nach der Kampagne stieg die Anzahl der Befragten, die ein Konto bei der ING-­Diba eröffnen wollten, um 89 Prozent. Wer daraus aber interpretiert, ein Ende der klassischen Display-Werbung stehe bevor, liege falsch, sagt Bscheid. "Die Studie hat auch gezeigt: Native Advertising ist kein Gegenspieler von Displaywerbung, sondern eine sinnvolle Anbahnungs- und ­Ergänzungsmaßnahme."



Das könnte Sie auch interessieren