Digitalwelt in Zahlen 07.11.2017, 11:07 Uhr

IAB-Standard: Das steckt hinter ads.txt

Vor wenigen Monaten ging das IAB Tech Lab mit seinem ads.txt-Standard an den Start. Die Textdatei soll die Transparenz in der Inventar-Lieferkette erhöhen und die Probleme des Programmatic Reselling und den damit zusammenhängenden Folgen lösen.
ads.txt - "Authorised Digital Sellers" - ist eine Textdatei, die die Transparenz beim Kaufen und Verkaufen von Inventar sicherstellen soll.
(Quelle: shutterstock.com/Rawpixel.com)
Seit Mai dieses Jahres schwirrt ein Begriff durch die Programmatic-Advertising-Welt, der vom Interactive Advertising Bureau (IAB) und seinem Tech Lab geprägt wurde und neue Transparenz in eine bisweilen sehr undurchsichtige Lieferkette bringen soll. Der neue Standard ads.text steht für "Authorised Digital Sellers" und ist eine Textdatei, die Publisher auf ihren Webservern platzieren.
Sie listen also konkret in einer Textdatei alle Unternehmen auf, die mit ihrem Inventar handeln dürfen und legen diese auf ihren Servern ab. Auch die Inventar-Händler können eine solche Datei erstellen. Wer diese abruft und miteinander vergleicht, sieht sofort, ob der Handel autorisiert ist. ads.txt gilt damit als einfache, flexible und sichere Methode, um Supply-Side-Plattformen (SSP) und Anzeigenplattformen, die zum Verkauf des Inventars autorisiert sind, offenzulegen.
Das soll Transparenz beim Kaufen und Verkaufen von Inventar sicherstellen und ein altes Problem beim Programmatic Reselling lösen - nämlich den Verkauf von gefälschtem Inventar oder den Wiederverkauf ohne die Genehmigung des Publishers durch nicht zugelassene Reseller erschweren. In beiden Fällen erhalten Publisher weniger oder gar kein Geld für ihr Inventar.

Google und ads.txt

Das Thema betrifft natürlich auch Google. Das Unternehmen unterstützt erwartungsgemäß die IAB-Initiative. Der DoubleClick Bid Manager kauft etwa Inventar eines Publishers nur von Quellen ein, die in einer ads.txt.Datei - sofern vorhanden - als autorisierte Verkäufer ausgewiesen sind. Auf dem letzten Partner Leadership Summit kündigte Google zudem Updates für die Publisher-Werbeplattformen zur Unterstützung des ads.txt-Standards von IAB Tech Lab an.
  • AdSense zeigt ads.txt-Notifizierungen im AdSense-Konto an. So kann Google Publisher über Fehler in deren ads.txt-Implementierung informieren.
  • Bis zum Ende des Jahres werden DoubleClick Ad Exchange und AdSense nicht autorisiertes Inventar, das anhand der ads.txt.-Datei eines Publishers identifiziert wurde, aus Googles Auktion ausschließen.
Laut Google gibt es starkes Wachstum bei der Implementierung von ads.txt. Seit dem 12. Oktober hätte Google ads.txt-Crawler Dateien von über 11.000 URLs gefunden. Allerdings hätten nur 252 der comScore 1000-Publisher ads.txt-Dateien verfügbar gemacht. "Je umfangreicher ads.txt übernommen wird, desto schneller wird der Kauf und Verkauf gefälschten Inventars verhindert. Und damit wird ein fairer und sicherer Markt gefördert, der es Publishern erlaubt, ihre Umsätze zu steigern", so Google. Auch das IAB selbst hat bereits einen Crawler entwickelt, der diese ads.txt automatisch ausliest.
Die vom Google ads.txt-Crawler ermittelte Zahl der URLs, die eine ads.txt.-Datei veröffentlicht haben.
Quelle: Google
Damit will Google mehr Steuerungsmechanismen und Filter bei der Kontrolle von Anzeigen einführen, die von Googles Werbepartnern auf ihren Seiten erscheinen. Publisher sollen künftig verstärkt selbst entscheiden können, was für ihre Marken geeignet ist oder nicht. Dazu wurden zwei neue Steuerungsmöglichkeiten in DoubleClick veröffentlicht, über die Publisher reißerische, plakative sowie anzügliche Werbung auf ihren Seiten blockieren können.
Beispiele einer laut Google anzüglichen und einer reißerischen Werbung, die von dessen Kategoriekontrollen gesperrt wird.
Quelle: Google
Zudem gab es Änderungen, die die Genauigkeit und Qualität der automatischen Filter für die Anzeigen-Klassifizierung verbessern. Die Updates sollen Publishern bei der genauen Kalibrierung der Anzeigen helfen, die neben ihren Inhalten erscheinen.



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