Mehr Datenschutz und Privatsphäre 10.10.2018, 08:03 Uhr

Google bringt Sicherheitszentrum nach Europa

Google rollt sein neues Sicherheitszentrum in Europa aus. Die Nutzer sollen damit ihre persönlichen Daten besser schützen können. Außerdem wurde die Zugriffsberechtigung für Drittanbieter-Lösungen auf das Google-Konto überarbeitet.
(Quelle: shutterstock.com/Benny Marty)
Google startet sein neues Sicherheitscenter in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern. Die Nutzer sollen damit mehr Informationen zu den Themen Datensicherheit und Privatsphäre bekommen. Außerdem vereinfacht Google damit die Verwaltung der persönlichen Daten.
Neben Deutschland kommt das Sicherheitszentrum auch nach Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande und Großbritannien. Weiter Länder und Sprachen sollen in Kürze folgen. Google gibt den Nutzer auch Tools an die Hand, den Schutz ihrer Daten besser zu verwalten und liefert Informationen zum korrekten Umgang mit Daten in der Familienfreigabe. Etwa für YouTube Kids und den Family Link. Eltern können hier auch Regeln festlegen, auf welche Inhalte die Sprösslinge zugreifen dürfen und auf welche nicht.
Künftig muss eine App den Zugriff auf verschiedene Daten eines Android-Nutzers jeweils einzeln abfragen.
(Quelle: Google)
Ferner will der Suchmaschinenprimus auch Tipps und Ratschläge zu Themen wie Cybermobbing, angemessene Bildschirmzeiten und mehr liefern.
Das Sicherheitszentrum bietet den Nutzern die Möglichkeit, eine Datenschutzprüfung durchzuführen und dann auch gleich gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Hier ebenfalls inbegriffen ist das bereits seit einiger Zeit zugängliche "Meine Aktivitäten". Dieses liefert eine verständliche Aufstellung über alle Aktivitäten des angefragten Kontos. Auch hier können direkt Anpassungen vorgenommen oder auch Aktivitätsdaten gelöscht werden.

Ergebnisse und Aktionen aus Project Strobe

Außerdem arbeite der Konzern derzeit an dem sogenannten Project Strobe. Damit soll ein besserer Überblick darüber gewährt werden, welche Drittanbieter Zugriff auf das Google-Konto und Android-Gerätedaten haben. Nun gibt Google erste Ergebnisse der Untersuchung bekannt.
So hat sich etwa herausgestellt, dass es erhebliche Schwierigkeiten bereitet, den Zugriff von App-Anbietern auf der Social-Media-Plattform Google+ zu kontrollieren. Das und die Tatsache, dass das Soziale Netz ohnehin keine besonders große Akzeptanz bei den Nutzern gefunden hätte, resultiere nun in der Schließung von Google+.
Weiter will das Unternehmen seinen Nutzern nur verbesserte Kontrollmöglichkeiten dafür geben, auf welche Google-Konto-Daten Drittanbieterapps abgreifen dürfen. Fordert eine App den Zugriff auf mehrere Informationen, muss jede Einzelne davon künftig separat angefragt und vom Nutzer genehmigt werden. Bisher war dafür nur ein einziger Klick in einem einzigen Fenster notwendig.
Aktualisiert werden soll zudem die Gmail-Nutzer-API. Nur Apps, die die E-Mail-Funktion direkt verbessern, wie etwa Mailing-Clients, Security-Tools und Produktivitätsdienste wie zum Beispiel die Verbindung zu einem Drucker sollen künftig Zugriff auf Gmail haben.
Die letzte aufgeführte Änderung betrifft die Möglichkeit von Apps, auf Android-Geräten Anrufprotokoll- und SMS-Benachrichtigungen zu erhalten. Diese Interaktionsvariante soll künftig nicht mehr über die Android-Kontakt-API zur Verfügung stehen. Nur Anwendungen, die direkt zum Telefonieren oder Versenden von Textnachrichten dienen, sollen auf die im Gerät gespeicherten Kontakte zugreifen können.
Der gewählte Zeitpunkt für diese Ankündigungen ist durchaus interessant. Nicht nur läutet Google die "Europäischen Cyber-Sicherheitsmonat" ein. Außerdem informierte das Unternehmen jüngst über eine große Datenpanne bei Google+. Mit den nun neu veröffentlichten verbesserten Datenschutzeinstellungen scheint man die Nutzer direkt wieder in Sicherheit wiegen zu wollen, dass alles halb so schlimm sei. Die Datenpanne bei Google+ sei dem Konzern den Angaben zufolge schon seit rund sechs Monaten bekannt gewesen. Dennoch wurde mit der Mitteilung offenbar gewartet, bis eine angemessene Strategie dazu entwickelt wurde.



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