Expert Insights 09.05.2018, 08:02 Uhr

DSGVO und Affiliate: Pikante Stellungnahme der DSK

Die neue DSGVO sorgt für große Verwirrung in der Affiliate-Branche. Pikant ist nun eine neue Stellungnahme der Datenschutzkonferenz (DSK) vom 26. April 2018.
Markus Kellermann, geschäftsführender Gesellschafter bei xpose360
Am 25. Mai tritt die größte Änderung von Datenschutzgesetzen in Kraft, die unsere Generation je gesehen hat.
Derzeit vergeht kein Tag ohne neue Berichterstattung, Unsicherheit, Änderung oder Anpassung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Es ist daher auch nachvollziehbar, dass derzeit eine große Verunsicherung in der Affiliate-Branche herrscht.
Dieser Artikel soll keine rechtliche Beratung darstellen, er ist lediglich meine persönliche Interpretation der aktuellen Situation - die aber von unterschiedlichen Anwälten und Experten anders interpretiert wird. Daher kann man jedem nur empfehlen, die aktuelle Situation mit seinem Anwalt und seinem Datenschutzbeauftragten zu besprechen, den jedes Unternehmen ja mittlerweile bereitstellen muss.
Generell muss jedes Unternehmen die Vorgaben zur DSGVO zum 25. Mai umsetzen. Hierzu sollte jede Firma den genannten Datenschutzbeauftragten stellen, eine aktuelle Datenschutzverordnung online haben sowie eine Verarbeitungsübersicht, ein Verfahrensverzeichnis und eine Folgeabschätzung erstellt haben. Zudem sollte man Auftragsdatenverarbeitungsverträge (ADVs) mit seinen Dienstleistern abgeschlossen haben.

Speziell im Affiliate-Marketing

Speziell im Affiliate-Marketing ist zu empfehlen, als Partnerprogrammbetreiber (Advertiser) mit seinem Affiliate-Netzwerk- beziehungsweise Technologie-Anbieter, seiner Affiliate-Agentur und denjenigen Affiliates einen ADV abzuschließen, von denen man ein Pixel auf seiner Seite integriert hat.
Hinsichtlich der Einwilligung des Nutzers für das Tracking ist beispielsweise das Affiliate-Netzwerk Awin bisher der Meinung, dass laut DSGVO die rechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten, auch ohne die ausdrückliche Einwilligung des Nutzers - vorbehaltlich einiger Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Privatsphäre - möglich ist. Awin ist im Rahmen einer Folgenabschätzung zu dem Schluss gekommen, dass die Verarbeitung von personenbezogenen Daten für das Tracking gerechtfertigt ist.
Der Grund hierfür ist, dass aufgrund des sogenannten legitimierten Interesses Awin keine Einwilligung von Publishern oder Advertisern benötigt, um Transaktionen rechtskonform tracken zu können. Dies gilt für die Verarbeitung personenbezogener Daten, während ein User von der Website des Publishers über die Netzwerk-Domain zu den Websites der Advertiser gelangt. Das umfasst neben der erfolgreich getrackten Transaktion auch die entsprechenden Reportings auf der Netzwerk-Plattform. Awin kann nach eigenen Aussagen diesen Ansatz verfolgen, weil sie ein reines Affiliate-Netzwerk sind und personenbezogene Daten für Weiterleitungen zu Advertiser-Seiten nutzt. Es verwendet aber die daraus resultierenden Transaktionen und Reportings niemals für die Erstellung verhaltensbasierter Benutzerprofile, Verhaltensprofile oder anderer Zwecke.
Allerdings empfiehlt Awin auch seinen Publishern, dass diese eine Cookie-Einwilligung vor dem Setzen des Cookies vom User einholen sollten. Hierzu muss laut neuer Definition der User proaktiv zustimmen und damit sein Einverständnis bestätigen. Die Netzwerke bieten hierzu ihren Affiliates zum Teil bereits Universal Consent Tools an, also Technologien, die einen Hinweis ausspielen, sobald ein User eine Website erreicht und nach der Zustimmung fragen, die Aktivitäten auf der Seite zu tracken.



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