Suche auf Amazon 18.12.2018, 15:45 Uhr

Amazon SEO: Wie komme ich nach oben?

Für die Produktsuche im Internet ist Amazon inzwischen viel wichtiger als Google. Damit stellt sich die Frage: Wie lande ich im Ranking bei Amazon ganz vorne?
(Quelle: shutterstock.com/Casimiro PT )
Die Zahlen sind unterschiedlich, doch sie weisen alle in dieselbe Richtung: Bei der Produktsuche im Internet hat Amazon inzwischen Google abgelöst und ist die unumstrittene Nummer 1. Eine jüngst veröffentlichte Umfrage von Diva-e ergab, dass 82 Prozent aller Deutschen ihre Suche nach Weihnachtsgeschenken direkt bei Amazon starten. Und in einer Befragung der Exeo Strategic Consulting sagten 53 Prozent: Wenn sie Produkte kaufen wollen, würden sie sich generell zuerst bei Amazon informieren (Google: 21 Prozent).
Mit dieser Entwicklung nimmt das Ranking in der Amazon-Suche eine Schlüsselstellung ein. Denn ähnlich wie bei der Google-Suche wird nur der wahrgenommen, der ganz oben auftaucht. Gibt man beispielsweise den Begriff "Handyhülle" in den Suchschlitz bei Amazon ein, ­könnte man auf insgesamt 200.000 Angebote zugreifen. Richtig relevant dürften jedoch nur die 50 Produkte auf den vorderen ­Seiten sein. 
"Ähnlich wie bei Google ist es unglaublich wichtig, auf den ersten Seiten zu stehen", sagt David Schmidbauer, Founder und CEO der DBS Solutions, Regensburg. Denn wie bei anderen Suchmaschinen sei auch auf Amazon davon auszugehen, dass nur wenige User über die dritte Seite ­hinaus scrollen und Kaufentscheidungen treffen. Schmidbauer: "Schätzungsweise 90 Prozent der Umsätze entstehen auf den ersten drei Seiten."

Auch Stornos und Service sind für das Ranking wichtig

Damit lautet die alles entscheidende Frage: Wie lande ich mit meinem Produkt auf den ersten drei Seiten - vor allem wenn es tausendfach Konkurrenz gibt? Und: Welche Faktoren beeinflussen das Ranking? "Klar ist: Wer den Amazon-Algorithmus versteht, gewinnt und kann die eigene Performance gezielt beeinflussen", betont Christian Paavo Spieker, CEO von Diva-e Advertising & One Advertising GmbH. "Eine aktive SEO-Optimierung auf Amazon ist deshalb ein Muss."
Der sogenannte Ranking-Algorithmus A9 arbeitet dabei grundlegend anders als der von Google. Während Google auch ­relevante Informationen über ein Produkt listet, steht bei Amazon nur ganz oben, was sich gut verkauft. Denn der Marktplatz hat es bei jeder Suchanfrage bereits mit einem potenziellen Kunden zu tun.
Naturgemäß hat er wenig Interesse, Produkte zu zeigen, die vermutlich gar nicht gekauft werden, weil sie nicht den Vorstellungen des Users entsprechen. Klick- und Conversion-Rate entscheiden also maßgeblich darüber, ob man es auf der Trefferliste auf die vorderen Plätzen schafft. "Amazon zeigt insbesondere die Pro­dukte auf den vorderen Plätzen an, die relevant sind und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit verkaufen", bestätigt Schmidbauer.
Dieser Relevanzfaktor kann positiv ­beeinflusst werden, wenn man als Anbieter bestimmte Kriterien in der Darstellung berücksichtigt. "Die wichtigsten Optimierungshebel sind Produkttitel, Bullet Points, allgemeine Keywords - auch als Backend-Keywords bekannt - und die Produktbeschreibungen", sagt Mehmed Saral, Gründer und Inhaber der Agentur Marktplatzoptimierer, Liederbach. "Bei Resellern spielt dann auch die kompetitive Preisgestaltung eine wichtige Rolle." 

Leicht verständliche Styleguides von Amazon

Aber auch Bilder, Kundenbewertungen, Anzahl der Stornierungen und der Lieferservice fließen in den Algorithmus mit ein. Amazon hat für sämtliche SEO-Maßnahmen ein dichtes Netz von Bedingungen geknüpft. Dabei ist alles im Umfang begrenzt und stark strukturiert, damit der Marktplatz trotz seiner Produktvielfalt nach außen hin ein einigermaßen einheitliches Bild darstellt: Erlaubt sind zum Beispiel nur ein Hauptfoto und maximal fünf Bullet Points: Mehr ist nicht drin.
Amazon klärt seine Seller auf zahlreichen Unterseiten über diese Spielregeln auf. Das Hauptbild muss etwa einen rein weißen Hintergrund haben, Produkte dürfen nicht von Schaufensterpuppen präsentiert werden - es sei denn, es handelt sich um Socken oder Strümpfe. Kommt ein Model vor, darf es nicht sitzen, knien oder liegen, sondern muss stehend abgebildet sein. Zudem hat Amazon für zahlreiche Produktkategorien wie Elektronik, Bekleidung, Schuhe oder Haustier­bedarf eigene Stylguides entwickelt. Diese Guides, teilt Amazon mit, sind "leicht verständliche Handbücher mit eindeutigen Beispielen - Dos and Don’ts - und bieten alle nützlichen Informationen, um ein aussagekräftiges Produktangebot zu erstellen."



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