Neue Marktplatz-Entwicklungen 14.04.2019, 11:17 Uhr

Amazon Advertising: Darauf müssen sich Seller und Vendoren einstellen

Ob neue Rekorde, Eigenmarken oder Targeting-Optionen und Features im Advertising - Amazon ist äußerst umtriebig. Wir nennen fünf Punkte, die Seller und Vendoren im Amazon Marketing auf dem Radar haben sollten.
(Quelle: shutterstock.com/littleny)
Von Aike Schultheis, Marktplatzexperte der ad agents GmbH
Das Publikum ist gigantisch und kaufbereit - die zwei größten Stärken von Amazon sind offensichtlich. Zweifellos hat der aufstrebende US-Riese die Anlagen und auch den Anspruch, Google und Facebook langfristig einen großen Teil des Werbekuchens streitig zu machen.
Seller und Vendoren sollten folgende Punkte auf dem Schirm haben:

1. Steigender Wettbewerb führt zu höheren CPCs

Mit der kontinuierlich wachsenden Anzahl an Vendoren und Sellern auf dem Marktplatz steigt nicht nur der Kampf um organische Rankings, sondern auch der Kampf um Werbeplätze. In einer Umfrage unter 600 Marketern berichteten 80 Prozent davon, ihr Amazon Advertising Budget in 2019 zu erhöhen. 60 Prozent der Befragten wollen stolze 25 Prozent ihres digitalen Werbebudgets auf Amazon setzen.
Die steigende Anzahl an Teilnehmern sowie erhöhte Bereitschaft, Budgets für Amazon Advertising einzusetzen, wird die Werbekosten in die Höhe treiben. Im kanalübergreifenden Vergleich werden sich die bislang noch günstigeren Amazon-Klickpreise anderen Plattformen wie Google und Facebook annähern. Zu Recht, denn das Werbeumfeld Amazon ist äußerst attraktiv, weil Suchende auf der Plattform in der Regel kaufbereit sind.
Was das für Seller und Vendoren bedeutet? Sie müssen sich davon verabschieden, Amazon einfach nebenher laufen zu lassen, sondern klare Entscheidungen über Budgets treffen, die sie im Amazon SEA einsetzen möchten. Das Monitoring und die Optimierung von Kampagnen werden immer komplexer und wichtiger und muss in Form von Ressourcen eingeplant werden.
Amazon-SEA und -SEO müssen Hand in Hand eingesetzt und in Form einer systematischen Marketingstrategie auf Amazon ausgespielt werden. Gerade in den ersten Wochen einer Produkteinführung sollte die Performance zum Beispiel unbedingt mit bezahlten Anzeigen geboostet werden, um dem SEO-Ranking auf die Sprünge zu helfen.

2. Spezielle Amazon-Services werden ausgeweitet

Amazon Business, Fresh und Pantry: Über solche Services versucht Amazon, sich in diversen Lebensbereichen seiner Nutzer zu etablieren. Während Amazon Business als Marktplatz für Geschäftskunden konzipiert ist und besondere Vorteile für Unternehmen und Unternehmer bietet, will sich Amazon über Angebote wie Fresh und Pantry noch stärker und selbstverständlicher im Alltag der Menschen verankern.
Prime-Mitglieder können ihren Lebensmitteleinkauf via Amazon Fresh in einigen Großstädten bereits bequem online erledigen. Amazons Pantry-Boxen beinhalten Artikel des täglichen Bedarfs, können in Abo-Form bestellt werden und machen den Gang in den Supermarkt somit ebenfalls überflüssig.
Es ist damit zu rechnen, dass Amazon solche Services ausbauen wird, um die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen auf bequeme Art und Weise zu beantworten. Amazons Deutschland-Chef Ralf Kleber sprach erst kürzlich vom Wunsch, in Zukunft deutschlandweit Lebensmittel liefern. Für Händler in den entsprechenden Produktkategorien bedeutet dies ein enormes Potenzial, mit Amazon zu wachsen.



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