Hoffer von Ankershoffen lässt Amt als WeTab-Chef ruhen 05.10.2010, 09:40 Uhr

Jubel unter gekaperter Identität

Mit seinem Tablet-PC will Helmut Hoffer von Ankershoffen Apples iPad Konkurrenz machen - jetzt lässt er sein Amt als Geschäftsführer von WeTab ruhen. Der Grund: In einer Amazon-Rezension hatte er sein Produkt angepriesen, und zwar unter dem Namen des Computerexperten Peter Glaser.
Hoffer von Akershoffen lässt Amt als WeTab-Chef ruhen
Bislang lässt sein Amt nur ruhen: Hoffer von Ankershoffen
Ausgerechnet ein Apple-Fan hat ihn zu Fall gebracht: Der Journalist Richard Gutjahr hatte die Lobeshymne auf Amazon gelesen: "Das WeTab ist nicht gut, sondern sehr sehr gut", stand in der unter dem Namen von Peter Glaser veröffentlichten Kundenrezension. "Macht richtig Spass jetzt! Insgesamt macht das WeTab einen sehr sehr guten Eindruck. Ich kann das Teil nur empfehlen und warte sehr gespannt auf die Android App Unterstützung!" Unterzeichnet mit Peter Glaser. Als Gutjahr das Kundenprofil von Peter Glaser über dessen Amazon-Wunschliste aufruft, erscheint dort der Name Helmut Hoffer von Ankershoffen. Hinter einer weiteren Rezension unter dem Namen Claudia Kaden verbirgt sich das Profil seiner Frau Sandra Hoffer von Ankershoffen. Beide Produktbewertungen sind mittlerweile entfernt.
Wohlmeinende Menschen vermuteten eine Streich zu Lasten des WeTab-Chefs. Zu Unrecht: "Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen. Ich wollte damit meiner Freude über den Markstart und meiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen", ließ Hoffer von Ankershoffen gestern Abend über seine Pressestelle verbreiten.
"Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen", heißt es weiter. Dazu muss man jedoch wissen, dass Amazon es Unternehmern nicht erlaubt, ihre eigenen Produkte zu bewerten. Ein falscher Name war also Voraussetzung für eine Rezension.
"Wegen der anhaltenden Diskussionen in der Öffentlichkeit rund um meine Person in den letzten Wochen habe ich mich daher entschieden, meine Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH bis auf weiteres ruhen zu lassen", teilte Hoffer von Ankershoffen mit. Die Vertretung nach außen übernehme Geschäftsführer Tore Meyer. Inhaltlich stehe er weiter voll hinter seiner Rezension - und bleibe Sprecher der Geschäftsführung und Gesellschafter des von ihm gegründeten Softwareentwicklers neofonie.
Die Geschichte des WeTabs ist voller Pannen. Der Tablet-PC musste wegen zuviel Namensähnlichkeit mit dem iPad von WePad in WeTab umbenannt werden. Schon bei der ersten Vorstellung des Geräts gab es reichlich Kritik, da damals lediglich ein Film auf dem Gerät abgespielt wurde, dass die möglichen Features nur simulierte. In der Folge wurden zahlreiche Bedenken an der Funktionsfähigkeit des Geräts laut, die erst mit einer zweiten Präsentation ausgeräumt werden konnten.
Der echte Peter Glaser erwägt Spiegel Online zufolge rechtliche Schritte und hat einen Anwalt eingeschaltet.



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