Aspekte für mobiles Design 30.08.2013, 12:13 Uhr

Das Nutzerverhalten berücksichtigen

Dass die mobile Web-Nutzung kein Hype, sondern ein ernst zu nehmender Trend ist, realisieren immer mehr Unternehmen. Die mobilen Zugriffe auf Webseiten steigen kontinuierlich. Karen Lindemann, User Experience Lead bei Thoughtworks in Hamburg, fasst zusammen, welche grundsätzlichen Dinge bedacht werden sollten, bevor sich Unternehmen zu schnell für eine Lösung entscheiden.
1. Im Gegensatz zur traditionellen Website unterscheidet man zwischen vier Arten der mobilen Anwendung: Mobile Website, Responsive Website, native und hybride App. Jede dieser Varianten hat ihre Vor- und Nachteile. Die Entscheidung sollte aufgrund der zu unterstützenden Nutzungsszenarien, der Unternehmensziele und ­weiteren Faktoren wie den Kosten für Entwicklung und Pflege erfolgen.
2. Mobile bedeutet nicht nur, die Inhalte einer Website in ein kleineres Format zu bringen. Vielmehr geht es um eine Neukonzeption: Was ist der Kern Ihres Angebots und was würden Nutzer mit Ihrer ­mobilen Applikation tun? Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Nur so erreichen Sie, dass User Ihre Inhalte finden und nutzen. Häufig zieht eine mobile Anwendung auch ein Redesign der Website nach sich – denn, dass weniger mehr ist, gilt universell.
3. Bei mobilen Anwendungen müssen die spezifischen Gerätemerkmale berücksichtigt werden: kleine Displays, erschwerte Tastatureingabe und zumeist die Bedienung per Touch. Zum einen gibt es weniger Platz für Inhalte und Navigation, zum anderen müssen die Interaktionselemente größer als beim Desktop sein: So sollte die anwählbare Fläche für Icons und Buttons mindestens 44 x 44 Pixel betragen. Auch der Abstand zwischen den Elementen sollte groß genug sein, damit Nutzer nicht versehentlich danebentippen.
4. Doch es sind nicht nur die mobilen ­Geräte, die sich vom PC beziehungsweise vom Laptop unterscheiden. Auch das ­Verhalten der Nutzer ist unterschiedlich. Vor dem PC ist der Nutzer auf den Bildschirm und die Aufgabe fokussiert, bei der mobilen Nutzung kann er sehr schnell durch die Umgebung abgelenkt werden. Für Ihre mobile Applikation bedeutet das: Reduzieren Sie die kognitive Belastung, zeigen Sie dem Nutzer, wo er sich befindet, und machen Sie es ihm leicht, Gesuchtes zu finden.
5. Betrachten Sie Ihre mobile Anwendung nicht separat, sondern sehen Sie sie als Teil eines Systems von Kontaktpunkten mit ­Ihren Kunden. Dem Nutzer kommt das entgegen, denn er denkt schon lange nicht mehr in gerätespezifischen Kategorien. Er will über den für ihn relevanten Content jederzeit und überall verfügen.



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