Trump happy 18.01.2018, 09:08 Uhr

Apple rettet Auslandsreserven in die USA

Apple schaufelt seinen Geldberg zurück in die USA und Trump jubelt: Nach der Steuerreform scheinen die massiven Auslandsreserven des Tech-Konzerns im Mutterland besser aufgehoben zu sein.
(Quelle: shutterstock.com/Evan El-Amin)
Apple will nach der US-Steuerreform den Großteil seiner gewaltigen Geldreserven ins Heimatland bringen. Zusätzlich zu einer beispiellosen Steuerzahlung von 38 Milliarden US-Dollar (knapp 31 Milliarden Euro) stellte der iPhone-Konzern massive Investitionen in den USA und den Bau eines neuen großen Standorts in Aussicht.

Nach jüngsten Angaben vom Herbst lagerte Apple einen Geldberg von gut 252 Milliarden US-Dollar außerhalb der USA. Die Höhe der erwarteten Steuerzahlung legt nahe, dass der Konzern nur wenig davon im Ausland lassen will. Eine spannende Frage wird sein, wie die Entscheidung den Konflikt mit der EU-Kommission um die von ihr geforderte Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro an Irland beeinflussen wird.

Amerikanische Unternehmen müssen auf Auslandsgewinne erst Steuern bezahlen, wenn das Geld in die USA überwiesen wird. Dann wurde nach bisherigen Regelungen aber ein hoher Satz von 35 Prozent fällig - und etwa fünf Prozent für den jeweiligen Bundesstaat obendrauf. Unter diesen Umständen zogen es die Firmen vor, das Geld jahrelang im Ausland zu lagern und auf günstigere Konditionen zu warten.

Diese kommen jetzt: Nach der unter US-Präsident Donald Trump beschlossenen Steuerreform soll Bargeld mit 15,5 Prozent besteuert werden und weniger liquide Werte mit acht Prozent. Die Zahlungen können über acht Jahre gestreckt werden.

Apple investiert in den Staaten

Apple will nun in den kommenden fünf Jahren 30 Milliarden US-Dollar in den USA investieren, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Gut ein Drittel davon solle in Rechenzentren in den USA fließen. Der Fonds für den Ausbau von High-Tech-Produktion in den USA - der Zulieferern zugute kommt - wird von einer auf fünf Milliarden US-Dollar aufgestockt.
Auch wolle Apple einen neuen Campus für seine Mitarbeiter an einem noch nicht genannten Ort eröffnen. Zudem sollen 20.000 neue Jobs an bereits existierenden Standorten entstehen. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 hatte Apple rund 80.000 Mitarbeiter in den USA.

Insgesamt werde Apple in den kommenden fünf Jahren 350 Milliarden US-Dollar zur US-Wirtschaft beitragen, hieß es ohne nähere Aufschlüsselung dieser Rechnung. Der Großteil davon dürfte aber auf Zahlungen an US-Zulieferer zurückgehen, die bei über 50 Milliarden US-Dollar jährlich liegen. Die Apple-Mitarbeiter sollen zudem als Bonus Aktienoptionen im Wert von 2.500 US-Dollar erhalten.
Trump verbuchte die Apple-Entscheidung schnell als seinen Verdienst. "Ich hatte versprochen, dass meine Politik es Unternehmen wie Apple erlauben wird, massive Geldbeträge in die USA zurückzubringen", schrieb er bei Twitter. Es sei großartig zu sehen, dass Apple angesichts der Steuerkürzungen genau das mache. "Ein riesiger Sieg für amerikanische Beschäftigte und die USA!"
RBC-Analyst Amit Daryanani geht zugleich davon aus, dass Apple den Großteil der Reserven nach der Verlagerung in die USA an Aktionäre ausschütten werde.
Cook sagte, manche der Entscheidungen gingen auf die Steuerreform zurück, andere hätte Apple auch so getroffen. "Wir hatten schon immer nichts dagegen, viel Steuern zu bezahlen, aber nicht riesige, riesige Beträge."
Die EU-Kommission fordert die Steuernachzahlung an Irland, wo ein großer Teil der Auslandseinnahmen landet. Aus Sicht der Brüsseler Behörde verzerrten Apples Steuervereinbarungen in dem Land den Wettbewerb. Der Konzern und Irland wehren sich dagegen. Die Kommission hatte zudem kritisiert, das der Konzern ein System geschaffen habe, in dem die Auslandsreserven praktisch steuerfrei seien. Apple hatte stets betont, auf das Geld müssten Steuern in den USA bezahlt werden. Auch der US-Fiskus hatte kritisiert, die Europäer wollten an Geld ran, das eigentlich ihm zustehe.
Apples Geldreserven betrugen Ende September 268,9 Milliarden US-Dollar. Davon lagerten 94 Prozent außerhalb der USA.



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