App Store Optimization 13.12.2016, 15:05 Uhr

ASO: Ranking-Faktoren und Marketing-Kosten

Wer mit seinen Anwendungen im App-Store gefunden werden will, muss auf App Store Optimization setzen. Wir zeigen, welche Faktoren Einfluss nehmen und was es kostet.
(Quelle: Shutterstock.com/Krafted )
Die neusten Mails abrufen, Nachrichten auf WhatsApp checken und dann noch schnell das aktuelle Urlaubsfoto auf Instagram teilen - so könnte das klassische App-Nutzungs-Profil eines Smartphone-Besitzers aussehen. Denn laut einer Erhebung von Nielsen verbringen Verbraucher 84 Prozent ihrer Zeit in lediglich fünf Apps.
Für App-Entwickler und das vertreibende Marketing-Team dahinter ist es enorm schwer in eben jenes "Relevant Set" an Apps zu gelangen. Der Weg dorthin ist steinig und hängt eng mit einer hohen Sichtbarkeit und einer guten Platzierung im jeweiligen App-Store zusammen. Wer sein Ranking verbessern möchte, kommt an App Store Optimization (ASO) nicht mehr vorbei.

Ranking-Faktoren im App Store

Grundsätzlich, so erklärt Christina Neuhofer von Quisma, unterscheidet man bei der ASO zwischen On- und Off-Page: "On-Page umfasst - wie der Name schon sagt - Faktoren, die in Zusammenhang mit dem App-Auftritt stehen und direkt beeinflussbar sind. Off-Page setzt sich hingegen aus externen Faktoren zusammen, die nur bedingt beeinflussbar sind", so die Managing Partnerin.
Unter die sogenannten On-Page-Faktoren fallen beispielsweise die Funktionen der App, das Icon aber auch die Optimierung hin auf ein bestimmtes Keyword. Hier ist die ASO durchaus vergleichbar mit der klassischen Suchmaschinenoptimierung. Die Algorithmen von Apple, Google und Microsoft - die Unterschiede sind eher marginal - durchforsten den App Store und bewerten Apps anhand bestimmter Kriterien.
"Der App-Name kann ein Keyword enhalten", sagt Online-Marketing Consultant Ingo Kamps und ergänzt: "Es sollte aber nicht in eine Keyword-Aneinanderreihung ausarten." (ausführliches Video-Interview am Textende). Kamps, der für die Electronics Online Group (EOG) der Media Saturn Holding aktiv ist, spricht damit einen sehr wichtigen Ranking-Faktor für Apps an: das Keyword. Der "Title" wirkt sich massiv auf die Platzierung im App-Store aus und hat großen Einfluss darauf, ob ein User eine App in der Suche anklickt oder nicht.
In Ergänzung dazu spielt die Beschreibung indirekt ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese ist zwar, wie Kamps sagt, kein direkter Ranking-Faktor, hat aber trotzdem Auswirkungen auf die Platzierung im App Store, da sie "dabei hilft, die Conversion-Rate in die Höhe zu treiben." Der Name der App und der Beschreibungstext sollten inhaltlich zueinanderpassen, App-Store-übergreifend gleich sein und dem Nutzer eine aussagekräftige Beschreibung der App und ihrer Möglichkeiten liefern.
Weitere Rankingfaktoren (Auswahl):
  • Die Anzahl der Downloads
  • Das App-Icon
  • Die Funktionen und Vorteile der App
  • Nutzerbewertungen
  • Screenshots
  • Deinstallationsrate

Fehler identifizieren und Kosten

Für den Fall, dass eine App trotz Optimierungsmaßnahmen nicht unter den ersten Plätzen erscheint, bieten einige Analyse-Tools die Möglichkeit, sich auf Fehlersuche zu begeben. Der Budgetrahmen beginnt bei Anbietern wie "Appradar" laut Kamps im hohen zweistelligen beziehungsweise niedrigen dreistelligen Bereich und endet "je nach Anbieter bei 1.000 Euro im Monat".
Wer tatsächlich bereit ist 1.000 Euro zu investieren, ist dafür allerdings auch bestens gerüstet. Die Analyse reicht dabei von harten Fakten wie der Öffnungs- und Deinstallationsrate bis hin zu Attributionskosten sowie Konkurrenz- und Customer-Journey-Analysen. Die Kosten für den Programmierer - soweit keiner im Unternehmen vorhanden ist - sind Verhandlungssache.
Eine große und vor allem aktive Nutzerschaft beflügelt jede App und ist auch sinnvoll für die App Store Optimization. Wessen App nicht zu den 80 Prozent an Zombie-Anwendungen - Apps, die im Store verfügbar sind aber nicht heruntergeladen werden - zählen soll, kann zur Neu-Nutzer-Akquise selbstverständlich auch auf Marketing-Maßnahmen setzen. "Für User-Akquise gilt die Faustformel: zwei bis drei Euro pro Nutzer", fasst Kamps zusammen.
Wichtig dabei ist, dass sich die App-Publisher darüber im Klaren sind, dass die App Store Optimization kein einmaliges Projekt ist, sondern fortlaufend fortgeführt werden muss. Denn nur wer beständig die beste App hat, rankt auch auf lange Zeit oben im App Store.



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