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Mobile Recruiting Nachholbedarf bei mobilen Stellenanzeigen

Shutterstock.com/Dreaming Poet
Shutterstock.com/Dreaming Poet

Die Rekrutierung neuer Angestellter über Smartphones und Tablets nimmt zu. Doch noch mangelt es bei vielen Firmen an den passenden Angeboten. Und wie sieht es bei den Online-Stellenbörsen aus?

Während rund die Hälfte der größten deutschen Unternehmen laut Studien nicht wissen, ob ihre Anzeigen auch über die Apps der Online-Stellenbörsen erreichbar sind, verfügen zumindest die meisten Jobportal-Betreiber über entsprechende Angebote: Zehn von zwölf Online-Stellenbörsen bieten entweder eine mobile Website an, die nahezu die Desktop-Version abbildet, oder eine mobile Variante, die auf eine Suchfunktion für Jobs beschränkt ist. Zudem lassen sich bei 75 Prozent der Stellenbörsen Jobs über mindestens zwei mobile Kanäle suchen - in der Regel via App und eine mobile Seite.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von mediaintown, für die zwölf Online-Stellenbörsen befragt wurden. "Die meisten Jobbörsen haben sich mit dem Angebot mobiler Suchfunktionen und Apps bereits auf die steigende Nutzung von Smartphones und Tablets eingestellt", kommentiert Stefan Kraft, Geschäftsführer der Fachagentur für Personalmarketing. "Für Jobsuchende gibt es so nutzerfreundliche Oberflächen und für Recruiter bei einigen Stellenbörsen sogar zusätzliche Möglichkeiten, sich als Arbeitgeber zu positionieren - zum Beispiel mit spezieller Banner-Werbung in den Apps."

Funktionalität mobiler Kanäle

Laut Studie ist stellenanzeigen.de am besten aufgestellt, wenn es um das Angebot mobiler Kanäle geht: Neben einer mobilen Jobsuchfunktion verfügt das Portal auch über iOS, Android und Windows Phone Apps. Auf die mobile Website allein bezogen schneidet Kalaydo am besten ab, hier überzeugen insbesondere Zusatzfunktionen wie "Location-Map" und "Click-to-call", die dem Kandidaten eine schnelle räumliche Orientierung und den direkten Kontakt zum passenden Ansprechpartner ermöglichen.

Den Kandidaten wiederum hat Monster Worldwide Deutschland am meisten zu bieten: mit Extras wie einer Empfehlungs- und Bewerbungsfunktion sowie dem Zugriff auf hinterlegte Lebensläufe. In Bezug auf die Apps schließlich gibt es laut mediaintown ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ob CareerBuilder, FAZjob.net, Kalaydo oder Monster - bei allen ist der Funktionsumfang groß, die Unterschiede von App zu App fallen dagegen gering aus. Gängige Funktionen sind die Speicherung von Suchmasken und Favoriten sowie die Möglichkeit, Anzeigen per E-Mail oder Social Media weiter zu empfehlen.

Mangelhafte mobile Anzeigen

So gut die Voraussetzungen für die mobile Jobsuche offenbar sind, so sehr mangelt es bislang noch an der Darstellung der Stellenanzeigen auf Smartphones und Tablets. Lediglich zwei Stellenbörsen geben an, bereits alle Anzeigen ohne Einschränkung mobil optimiert einzustellen. Elf von zwölf Befragten versichern allerdings, dass sie Online-Anzeigen mobil optimiert darstellen können. Immerhin die Hälfte der Online-Stellenbörsen bietet ihren Kunden die Möglichkeit, Anzeigen responsiv zu gestalten - also mit einer optimalen Anpassung an die jeweilige Bildschirmgröße. 

mediaintown

 Bei den Jobsuchenden selbst werden die Angebote offenbar immer gefragter: Der Anteil derer, die mobil nach neuen Stellen suchen, liegt bei den befragten Anbietern im Schnitt inzwischen bei 19,5 Prozent. Der Anteil mobiler Nutzer, die über Apps nach Angeboten Ausschau halten, beträgt durchschnittlich 5,7 Prozent. Allerdings haben nicht alle Umfrageteilnehmer konkrete Angaben gemacht (siehe Grafik).

Auch Social Media werden beim Thema Jobmarketing immer wichtiger. Laut "ADP Social Media Index" hat die Zahl der Unternehmen, die weniger als einen Manntag pro Monat für die Pflege und Gewinnung von Mitarbeitern in sozialen Netzwerken investieren, binnen zwei Jahren von 70 auf 41 Prozent abgenommen.

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