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Online-Apotheke

Vitalsana-Kauf: Ströer investiert weiter in E-Commerce

Auf dieser Werbefläche in Köln könnte Ströer auch für Vitalsana werben

Ströer

Auf dieser Werbefläche in Köln könnte Ströer auch für Vitalsana werben

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Ströer hat wieder einmal zugeschlagen und die niederländische Versandapotheke Vitalsana gekauft. Der Konzern hofft, dass er das Geschäft mit seinen Mediaflächen ankurbeln kann. Und steigt weiter in den E-Commerce ein.

Noch vor einem Jahr verging kein Monat, ohne eine neue Ströer-Akquisition. Nach dem der amerikanische Hedge Fonds Muddy Waters mit einem Bericht für den größten Kurssturz der Ströer-Aktie sorgte, war es etwas ruhiger um den Vermarkterriesen. Jetzt hat Ströer wieder zugeschlagen und die ehemalige Schlecker- Onlineapotheke Vitalsana, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, gekauft.

Vitalsana rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro. Der Kaufpreis beträgt laut Ströer 4,5 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der seit 2007 existierenden Versandapotheke, die laut Ströer ein Firstmover in der Branche ist, liegt auf apothekenpflichtigen rezeptfreien Produkten und Pflegeprodukten.

Für Ströer ist es offenbar nicht nur der Anfang im Online-Apothekenmarkt, der laut dem Unternehmen auf 1 bis 1,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr geschätzt wird - mit einem zehnprozentigen Wachstum pro Jahr. Es sieht so aus, als hätte Ströer entdeckt, dass Vermarkter Start-ups und Online-Shops eine perfekte Bühne bieten können. Im August kaufte der Konzern bereits den Foodboxen-Versender Foodist.

Zugang zu richtigen Medienangeboten mit hoher Reichweite als Erfolgsfaktor

"Onlineapotheken sind stark Marketing getriebene Geschäftsmodelle", sagt Ströer-COO Christian Schmalzl. "Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren zur Erreichung einer attraktiven Marge ist daher der direkte Zugang zu den richtigen Medienangeboten mit hoher Reichweite in den Kernzielgruppen."

Damit verfolgt der Vermarkter-Riese wohl ähnliche Ziele wie ProSiebenSat.1 mit der E-Commerce-Sparte 7Commerce. Die frisch akquirierten Unternehmen sollen mithilfe der eigenen Media-Flächen hochgepusht werden. Kaum ein Start-up kann es sich leisten, die Werbung zu machen, die für ein Branding am Anfang wichtig ist. Besonders nicht wenn es im TV-Umfeld oder auf riesigen OOH-Flächen an publikumsstarken Plätzen geht. Da passt es nur zu gut, wenn große Vermarkter zu Investoren werden und das für sie übernehmen. Wie sehr das allerdings den Markt konsolidiert und was das mit den Unternehmen ohne Media-Giganten im Rücken, macht, weiß niemand.

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