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China

Marketing- und Chinaexpertin Theresa Stewart "In China wird Social Commerce im B2B-Bereich immer üblicher"

shutterstock.com/Blablo101
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Wie bei der Digitalisierung und den Funktionalitäten von Social-Media-Plattformen ist uns China auch im Social Commerce weit voraus. Marketing- und Chinaexpertin Theresa Stewart, erklärt wie Kunden in Fernost Social Media zum Shopping nutzen.

China ist dem deutschen Markt beim Social Commerce weit voraus. Auf zahlreichen Plattformen können die User direkt Käufe abwickeln - und das in nahezu allen Branchen. Studien zufolge werden bereits 30 Prozent des E-Commerce-Geschäfts über soziale Netzwerke abgewickelt. Ein Interview mit der Marketing- und Chinaexpertin Theresa Stewart.

Frau Stewart, bei uns steht Social Commerce erst am Anfang. Wie weit voraus ist uns der chinesische

Markt?


Theresa Stewart: Wie bei der Digitalisierung und den Funktionalitäten von Social-Media-Plattformen ist uns China auch im Social Commerce weit voraus. So gut wie alle Social-Media-Plattformen in China haben die Möglichkeit, dem Kunden durch direkte Links Produkte zu empfehlen. Die Plattformen haben sich spezialisiert: Xiaohongshu für Beauty Brands, Douyin für witzigen Kurzvideos, Bilibili für die jüngeren Nutzer - der E-Commerce Markt in China ist viel komplexer und weiter entwickelt als in Deutschland.

Worin besteht der größte Unterschied zur Social-Media-Landschaft in Deutschland?

Stewart: Zwischen der deutschen und der chinesischen Social-Media-Landschaft bestehen viele beachtenswerte Unterschiede, doch der größte ist wahrscheinlich der kulturelle Unterschied der Nutzer. Aufgrund der unglaublich schnellen wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in China sind Chinesen Neuheiten gewohnt und lieben es, die aktuellsten Trends zu entdecken. Deutsche neigen hingegen zur Vorsicht und hinterfragen, warum sie etwas Neues ausprobieren sollen, wenn das Alte doch funktioniert. Der zweite wichtige kulturelle Unterschied liegt darin, dass Chinesen äußerst gerne Empfehlungen von Familie, Freunden und Influencern folgen. Dies ist einerseits tief in der chinesischen Kultur verankert und wurde andererseits durch Produktskandale in den vergangenen Jahren, beispielsweise den "Milchpulver-Skandal", gefördert. Wenn Freunde etwas empfehlen, kann man davon ausgehen, dass es sicher und gut ist.

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