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Yahoo feuert seinen CEO

Yahoo-Aufsichtsrat feuert CEO Carol Bartz Vorstand zieht die Reißleine

Jetzt ist Schluss: Yahoo trennt sich von seiner Chefin Carol Bartz und kündigt personelle Umstrukturierungen an. Die für ihre unverblümte Art bekannte Topmanagerin revanchierte sich mit einer äußerst knappen, aber nicht weniger spitzen Abschiedsmail.

"An alle, ich bin sehr traurig, Euch mitteilen zu müssen, dass ich soeben von Yahoos Aufsichtsratsvorsitzendem per Telefon gefeuert worden bin. Es war mir ein Vergnügen mit Euch allen zu arbeiten, und ich wünsche Euch nur das Beste für die Zukunft. Carol."

Mit diesem Statement geht Bartz' mehr als zweijährige Zeit an der Spitze von Yahoo mit sofortiger Wirkung zu Ende. Ihre Rolle als CEO übernimmt übergangsweise zunächst der bisherige CFO des Unternehmens, Tim Morse. Die Kündigung ausgesprochen hatte Aufsichtsratsvorsitzender Roy Bostock - und zwar tatsächlich per Telefon, da sich sowohl Bartz als auch Bostock auf Geschäftsreisen befanden.

In einer Pressemitteilung skizzierte Yahoo erste Umstrukturierungen der Firmenorganisation, die Bartz' Abgang folgen werden. Morse bleibt neben seiner Tätigkeit als Interims-CEO weiterhin Finanzchef und leitet darüber hinaus eine "strategische Untersuchung" des Unternehmens.

Im so genannten "Executive Leadership Council" sitzen neben Morse außerdem der Rechtsbeirat Michael Callahan (Executive Vice President), Blake Irving (verantwortlich für die Produkte), Ross Levinsohn (Executive Vice President und für Amerika zuständig),  Rich Riley (Senior Vice President und Managing Director für Europa, Afrika und den Nahen Osten) sowie Rose Tsou (Senior Vice President für die Region Asien und Pazifik). Die Firmengründer Jerry Yang und David Filo wollen als "Ober-Yahoos" der Führungsriege beratend zur Seite stehen. Die Suche für einen geeigneten neuen CEO hat bereits angefangen.

Bartz hatte Anfang 2009 Jerry Yang als CEO abgelöst. Die 62-Jährige hatte zunächst einmal bei Yahoo aufgeräumt und personelle Veränderungen durchgeführt. In Bartz' Amtszeit fallen unter anderem die Annäherung und Vereinbarung einer tieferen Zusammenarbeit im Bereich Suche mit Microsoft.

Trotz ihrer robusten Arbeitsweise war es Bartz allerdings in den vergangen 32 Monaten nicht gelungen, Yahoo dauerhaft aus seichten Gewässern zu führen und in den vergangenen Monaten war nach schlechten Quartalsergebnissen Kritik an der Arbeitsweise der Managerin laut geworden. Dementsprechend freute sich Wall Street gestern über die Nachricht von Bartz' Abgang und reagierte mit Kurszuwachs, so Boomtown.

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