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Yahoo-Mitgründer steigt aus

Yahoo-Mitgründer steigt aus Jerry Yang legt alle Ämter nieder

Das flotte Ende einer Ära: Mit sofortiger Wirkung gibt Yahoo-Mitgründer Jerry Yang sein Amt als Verwaltungsratsmitglied bei Yahoo auf. Auch aus den Verwaltungsgremien von Yahoo Japan und der chinesischen Alibaba Group Holding zieht sich der 43-Jährige zurück.

Der Rücktritt Yangs, der den Internetkonzern 1995 zusammen mit David Filo gegründet hatte, kommt unerwartet. Erst vor zwei Wochen hat Yahoo in Scott Thompson einen neuen CEO gefunden. Vor dem Hintergrund der andauernden Spekulationen um die Zukunft Yahoos erscheint Yangs Abschied nachvollziehbar. Im Gespräch waren zuletzt sowohl die Abspaltung der asiatischen Beteiligungen als auch ein Verkauf des gesamten Unternehmens. Insbesondere mit seinem Kerngeschäft, der Displaywerbung, macht Yahoo immer weniger Umsatz und verliert immer mehr Marktanteile an die Konkurrenz, vor allem an Google.

Yang blickt zufrieden auf die vergangenen 17 Jahre zurück: Er habe die Jahre sehr genossen. "Dennoch ist für mich nun die Zeit gekommen, anderen Interessen außerhalb von Yahoo nachzugehen", erklärt er in seinem Schreiben an den Verwaltungsratsvorsitzenden Roy Bostock. Er freue sich über die Ernennung von Scott Thompson als neuen CEO und glaube, dass dieser den Internetkonzern in eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft führen könne.

Bostock dankte Yang für seine Verdienste: "Er hat stets die Interessen aller im Sinn, die mit Yahoo zu tun haben, von den Aktionären über die Beschäftigten bis hin zu den mehr als 700 Millionen Nutzern. Im Namen des Verwaltungsrats danken wir Jerry und wünschen ihm alles Gute für seine zukünftigen Unternehmungen."

Yang selbst war zwischen 2007 und 2009 selbst CEO des Unternehmens und wurde dann durch Carol Bartz an der Spitze des Unternehmens abgelöst. Im September 2011 zog der Aufsichtsrat aufgrund des ausbleibenden Erfolgs auch bei Bartz die Reißleine.

Yahoo ist mit 40 Prozent an der chinesischen Alibaba Group beteiligt, die im Gegenzug das Portal Yahoo China betreibt. An Yahoo Japan, das mehrheitlich zu Softback gehört, hält der Internetkonzern Anteile in Höhe von 35 Prozent.

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