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Tom Laband, Co-Founder und CEO

adsquare "Daten sind heute mindestens so wichtig wie das Media-Inventar selbst"

Tom Laband, Co-Founder und CEO bei adsquare

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Tom Laband, Co-Founder und CEO bei adsquare

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Adsquare will es Advertisern mit der Self-Service-Platform ermöglichen, auf mobile Daten von Anbietern zuzugreifen. CEO Tom Laband erklärt das System - und wo es beim Cross-Device-Tracking noch hapert.

Können Sie die wichtigsten Eigenschaften Ihrer Self-Service-Platform in ein paar Sätzen kurz vorstellen?
Tom Laband: Mit unserer Audience Management Plattform bieten wir Mediaplanern die Möglichkeit, Zielgruppensegmente für Programmatic Advertising zu erstellen und diese für ihre präferierte DSP zu aktivieren. Hierfür steht ihnen eine Vielzahl an hochwertigen Datenquellen zur Verfügung, die innerhalb der Plattform genutzt und frei miteinander kombiniert werden können. Unsere Technologie ist 'Mobile-First' und ermöglicht es, eine Vielzahl an mobilen Signalen in einer zunehmend vernetzten Welt für die Werbung nutzbar zu machen.
 
Wie setzt sich der Datenpool, auf den Ihre Kunden zugreifen, genau zusammen?
Laband: Unsere Onboarding-Technologie ermöglicht es, Daten von Offline-, Online- und Mobile-Anbietern zu integrieren und für die Segmentierung einzusetzen. In unserem Datenportfolio befinden sich Daten über Points-Of-Interest, Events, Haushalte oder das aktuelle Wetter. Zu unseren 'Branded' Datenanbietern zählen Unternehmen wie Acxiom, (Nokia) Here, Eventful oder The Weather Channel. Dieses Portfolio stellen wir sowohl für ein lokales kontextuelles Targeting als auch für über 92 Millionen Profile in Europa über diverse Partner zur Verfügung. 
 
Sie sagen, Sie geben Advertisern Kontrolle und Transparenz. Was heißt das genau?

Laband: DSPs sind für die Optimierung des Mediaeinkaufs entwickelt worden und bieten meist nur eine sehr begrenzte Auswahl an Datenanbietern und wenig Flexibilität bei der Segmentierung. Unsere Audience Management Platform bietet die Tools um Datenpunkte von unterschiedlichen Anbietern zu kombinieren und so noch präzisere Zielgruppen zu definieren. Mediaplaner bekommen eine direkte Rückmeldung zu Reichweite und Kosten und behalten somit die Kontrolle über ihre Kampagne. Aus unserer Sicht sind Daten heute mindestens so wichtig wie das Media-Inventar selbst, daher benötigen sie auch ihre eigene Plattform.

Wer ist Ihre Konkurrenz auf dem deutschsprachigen Markt?

Laband: Unsere Plattform wurde für den Einsatz im mobilen Ökosystem entwickelt, arbeitet komplett ohne Cookies und ist somit auch für Werbung innerhalb von Apps einsetzbar. Einen solchen Ansatz gibt es in Deutschland bisher nicht. Dazu kommt, dass wir durch unsere ortsbezogene Methodik den lokalen Kontext von Nutzern einbeziehen können und so die Brücke zwischen Offline und Digital schlagen. Anbieter vergleichbarer Lösungen kommen zumeist aus den USA und sind in Deutschland aufgrund der strengen Datenschutzrichtlinien nicht oder nur eingeschränkt einsetzbar.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung, dass Vermarkter sich zusammenschließen und ihre Daten gebündelt über eine Plattformen anbieten?
Laband: Diese Entwicklung ist absolut nachvollziehbar und aus meiner Sicht auch zwingend notwendig um ein starkes Gegengewicht zu Facebook und Co zu erzeugen. Werbetreibende wollen Zielgruppen und keine Webseiten targeten und sie wollen weder bei der Reichweite noch bei der Präzision eingeschränkt werden. Als unabhängige Plattform bieten wir sowohl Publishern als auch Vermarktern und Verbänden eine Lösung für die Anreicherung ihres Inventars aber auch die Monetarisierung ihrer mobilen Daten.

Wo liegen beim Mobile/Cross-Device-Tracking aktuell die größten Herausforderungen?
Laband: Da Cookies im mobilen Web nur begrenzt und innerhalb von Apps gar nicht funktionieren, können klassische Targeting- oder Tracking-Technologien mobil nicht eingesetzt werden. Das anerkannte Ziel aller Marktteilnehmer bleibt deshalb die Verknüpfung von Desktop Cookies mit Mobile Cookies und sogenannten App Identifiern.

Leider hinkt die Wirklichkeit dem Anspruch einer solchen Lösung weit hinterher. Nur wenige Player am Markt verfügen über gute deterministische Daten, die nicht mit anderen Unternehmen geteilt werden, während probabilistische Methoden in Bezug auf Genauigkeit und Reichweite nur bedingt überzeugen. Da die mobile Internet-Nutzung die Online-Nutzung mittlerweile übersteigt und mobile Daten weit über die klassischen auf Cookies verfügbaren Attribute hinausgehen, empfehlen wir unseren Kunden: Investiert stärker in Mobile und nutzt Daten beim Mediaeinkauf.

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