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Singlebörsen im Vergleich

Singlebörsen im Vergleich Liebe auf dem Prüfstein

Immer mehr Beziehungen nehmen im Internet ihren Anfang. Im Online-Zeitalter sind Singlebörsen für viele eine Selbstverständlichkeit geworden. Aber lohnen sich diese Portale wirklich oder zocken sie ihre Mitglieder nur ab? Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat 15 Anbieter untersucht - und dabei große Unterschiede entdeckt.

Insgesamt 15 Partnerbörsen, nämlich neun Singlebörsen und sechs Partnervermittlungen hat das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv untersucht. Das Ergebnis: Große Unterschiede beim Nutzerservice, fünf Anbieter haben mangelhafte AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen).

Bei einer Partnervermittlung durchläuft der Kunde einen Persönlichkeitstest, anschließend bekommt er potenziell passende Mitglieder vorgeschlagen. In Singlebörsen trifft der Nutzer eigenständig eine Auswahl der vorhandenen Mitglieder. Den Titel "Beste Partnervermittlung 2013" gewann Parship.de. Das Portal überzeugte die Tester "durch ein sehr gutes Ergebnis im Mitgliedschaftstest". Demnach erhielten Nutzer sehr treffende Partnervorschläge und passende Zuschriften. Auch die "nutzerfreundliche und informative Internetseite" lobten die Tester. Die Plätze zwei und drei belegten die Portale Elitepartner.de und eDarling.de.

Beste Singlebörse wurde Friendscout24.de. Der Anbieter habe mit einem informativen und optisch ansprechenden Internetauftritt, einer kompetenten Telefonberatung und gutem Service überzeugt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Datingcafe.de und Neu.de.

Note Mangelhaft für die AGBs

Vor allem Partnervermittlungen offenbarten der Untersuchung zufolge deutliche Defizite beim Nutzerservice. "Ein Manko war das geringe Informationsangebot außerhalb des Mitgliederbereichs", schreibt das Institut. Demnach informierte keine der getesteten Partnervermittlungen ihre Nutzer vor der Registrierung über die Kosten der Mitgliedschaft. Zudem sei im Test der Singlebörsen etwa jede vierte, bei den Partnervermittlungen sogar jede dritte E-Mail unbeantwortet. Auch einen teils ungenügenden Telefon-Support kritisieren die Tester. Drei Partnervermittlungen und zwei Singlebörsen boten ihren Kunden gar keine Servicehotline an. Im Test der Allgemeinen Geschäftsbedingungen vielen verbraucherunfreundliche Regelungen und viele unwirksame Klauseln auf. Insgesamt fünf Anbieter-AGB erhielten die Note "mangelhaft": "Transparenz ist leider ein großes Manko der Branche. Ist man erst mal zahlender Kunde, tun die Partnerbörsen einiges, damit das so bleibt. Pauschal von Abzocke zu sprechen, wäre aber gegenüber den seriösen und insgesamt guten Anbietern, die es zum Glück auch gibt, nicht gerechtfertigt", sagt Bianca Möller, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

Aber wie steht es um die Erfolgsaussichten, tatsächlich einen Partner über das Internet zu finden? Bei den Partnervermittlungen fiel hier das Ergebnis insgesamt befriedigend aus. Das Ergebnis der Singlebörsen fiel hingegen nur ausreichend aus - wobei hier die Spannweite von "gut" bis "mangelhaft" reichte. Die Analyse der Portale umfasste die Bereiche Nutzerservice, Mitgliedschaft, Leistungsumfang, Vertragsbedingungen und Sicherheit. Die Messung des Nutzerservices basierte auf je einer Prüfung der Internetinhalte sowie auf jeweils zehn Bewertungen durch ausgewählte Testnutzer. Zudem führten die Tester verdeckte E-Mail-Tests und Telefonanrufe durch.

Kürzlich hat das Deutsche Institut für Servicequalität Online-Reiseportale unter die Lupe genommen - und auch da erhebliche Unterschiede beim Service aufgedeckt.

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