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Internetexperten zum Datenschutz

Internetexperten zum Datenschutz Große Bedenken - außer beim Shopping

Was den Datenschutz und das Thema Datensicherheit im Internet betrifft, so unterscheiden sich die Einschätzungen von durchschnittlichen Web-Nutzern und Online-Experten teilweise erheblich. Insgesamt halten die Experten das Gefahrenpotenzial für ihre persönlichen Daten für höher als die "normalen" User. Dies geht aus einer Online-Erhebung hervor, die Fittkau & Maaß im Auftrag der Internet World Messe durchgeführt hat.

Besonders interessant, aber zugleich interpretationsbedürftig, ist die Tatsache, dass die Online-Experten zwar einerseits sehr viel intensiver Maßnahmen zum Datenschutz durchführen, gerade diese Gruppe aber durch die Enthüllungen über das PRISM-Spähprogramm des US-Geheimdienstes offenbar am meisten geschockt war. So stimmen der Aussage "Ich habe den Glauben an die Sicherheit persönlicher Daten im Internet verloren" 60,4 Prozent der Online-Experten zu, während es bei den durchschnittlichen Usern "nur" 53,1 Prozent sind.

Für diese Diskrepanz dürften mehrere Gründe verantwortlich sein. Zum einen scheren sich die durchschnittlichen Nutzer generell weniger um den Datenschutz: 16,6 Prozent sagen von sich, dass sie dieses Thema nicht besonders interessiere. Von den Experten sagen dies lediglich 13 Prozent. Zum anderen drückt sich in dem höheren Wert bei den Experten aber möglicherweise auch eine Enttäuschung darüber aus, dass alle vorgenommenen Schutzmaßnahmen letztendlich bei staatlichen Spähprogrammen an ihre Grenzen stoßen. Die Folge: 82,6 Prozent der Online-Experten stimmen mittlerweile der Aussage zu, dass das Thema Datenschutz im Internet "nun wichtiger als je zuvor" sei. Die Snowden-Enthüllungen haben offenbar nochmals zu einer deutlichen Sensibilisierung in dieser Frage geführt. Kaum Bedenken gibt es Einkaufen: Nur 19,8 Prozent der User und 8,8 Prozent der Experten kaufen aufgrund Datenschutzbedenken ungern online ein.

Überraschend: Hilfe erwarten die Experten in erster Linie vom Staat beziehungsweise der Politik – 63,3 der befragten Experten sind dieser Meinung. Von den übrigen Nutzern sind es mit 49,1 Prozent deutlich weniger. Das Vertrauen in staatliche Maßnahmen mag damit zusammenhängen, dass jeder Fünfte, sowohl von den Experten (19,3  Prozent) als auch den übrigen Nutzern (18,8 Prozent), die Ansicht vertritt, Deutschland gehe beim Datenschutz bereits ohnehin mit gutem Beispiel voran.

Die Online-Studie zum Thema "Datenschutz und -sicherheit im Internet" wurde von Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag von Internet World Messe/Neue Mediengesellschaft Ulm durchgeführt. Befragt wurden 1.093 deutsche Internet-Nutzer ab 18 Jahre (internet-repräsentativ) sowie 95 Leser der Zeitschrift INTERNET WORLD als Experten. Die schriftliche Online-Erhebung fand vom 26. Juli bis 2. August 2013 statt.

Im ersten Teil der Studie wurde untersucht, welche Rolle das Internet für die Wahlentscheidung der Deutschen spielt.

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