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User Acquisition Fraud

Die Stiefkinder der Werbebranche User Acquisition Fraud stellt Malvertising in den Schatten

shutterstock.com/Rawpixel.com
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Francois Roloff, CEO des Mobile-Vermarkters Madvertise Media, spricht mit INTERNET WORLD über zwei Themen, über die die digitale Werbebranche lieber schweigt: Malvertising und User Acquisition Fraud. Letzteres hält er für das größere Problem.

Online-Werbebetrug hat viele Facetten, Klickbetrug zum Beispiel oder auch Malvertising. Das Wort "Malvertising" setzt sich aus "malicious" und "advertising" zusammen und bezeichnet digitale Werbung, die Nutzern schadet. Mit Malvertising werden sie beispielsweise auf Webseiten gelenkt, die ihre Daten abgreifen. Eine andere Variante sind Exploit Kits, die nach Sicherheitslücken auf ihrem Gerät suchen, um Schadsoftware zu laden. Genaue Zahlen zu Malvertising gibt es nicht, deshalb ist es schwer zu beurteilen, wie groß die Gefahr für Nutzer durch Malvertising tatsächlich ist.

INTERNET WORLD hat Francois Roloff, CEO des mobilen Vermarktungsspezialisten Madvertise Media, gefragt, wie häufig solche Fälle in der Praxis der digitalen Werbung sind und warum es so schwer ist, sie zu verhindern. Achtung Spoiler: Roloff schätzt die Gefahr durch Malvertising als eher gering ein. Ein viel größeres Betrugsproblem stellt seiner Meinung nach "User Acquisition Fraud" dar. Im Interview erklärt er, was das ist.

Wie häufig "fischen" Sie bei Madvertise Media Malvertising-Kampagnen heraus?

Francois Roloff:
Vor fünf Jahren hat uns einer unserer Publisher das erste Mal auf einen Malvertising-Fall hingewiesen. Es handelte sich um ein Ad mit einer Gewinnankündigung. Wenn Nutzer darauf klickten, wurden sie auf eine Phishing-Webseite geleitet, wo ihre Daten abgegriffen wurden. Nachdem der Publisher uns kontaktiert hatte, haben wir uns sofort auf die Suche nach der Ursache gemacht. Solche Anzeigen kommen nicht von unserem Adserver, sondern werden von Demand-Side-Plattformen (DSP), die bei uns buchen, durchgereicht. Seit 2015 haben wir 24 Fälle von Malvertising dokumentiert, im Schnitt also etwa nur fünf betroffene Creatives bei insgesamt rund 400 Kampagnen, die wir pro Jahr ausliefern.

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