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Gorillas Warehouse
Logistik 23.07.2021
Logistik 23.07.2021

Online-Lieferdienst 12 Monate Gorillas: Das gehypte On-Demand-Delivery Start-up zieht Bilanz

Gorillas
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Mit ultraschnellen Lieferzeiten, über 100 Warehouses und mehr als 10.000 Mitarbeitern in acht Märkten hat sich Gorillas in kurzer Zeit als einer der führenden Online-Supermärkte etabliert. Gleichzeitig steht es wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik.

Der Siegeszug der Online-Supermärkte geht weiter - ganz vorne mit dabei ist auch das 2020 gegründete Berliner Unternehmen Gorillas. Unter dem Motto "Faster than you" hat das Berliner Start-up ein rasantes Wachstum hingelegt.

2,5 Millionen Bestellungen, 10,8 Minuten Lieferzeit

Wie Gorillas mitteilt, wurden in den letzten zwölf Monaten 2,5 Millionen Bestellungen mit einer durchschnittlichen Lieferzeit von 10,8 Minuten ausgeliefert. Die Nutzer der App hatten Zugang zu mehr als 2000 Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs zu Einzelhandelspreisen für eine Liefergebühr von 1,80 Euro. Die Gorilla Rider:innen sind laut der Aussage des Unternehmens mit dem Fahrrad zusammen eine Distanz von über 200 Mal um die Welt gefahren. Im zweiten Quartal 2021 sei das Team zudem um 6.000 neue Mitarbeiter:innen gewachsen.

Seit Juni 2021 ist Gorillas in den deutschen Städten Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Fürth, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Offenbach am Main sowie Stuttgart tätig. Ebenfalls ist Gorillas in den Ländern England (London, Manchester, Cambridge, Nottingham, Southampton), Frankreich (Paris), Italien (Mailand) und den Niederlanden (Amsterdam, Den Haag, Groningen, Haarlem, Leiden, Nijmegen, Rotterdam, Tilburg, Utrecht), Spanien und Belgien, sowie seit Ende Mai 2021 in den USA (New York City) aktiv.

"Außergewöhnliche 12 Monate"

"Vom Aufbau von Regalen in meinem Wohnzimmer bis hin zur Auslieferung von 2,5 Millionen Gorillas-Bestellungen in einem Jahr - es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass es außergewöhnliche 12 Monate gewesen sind", sagt Gorillas CEO und Co-Founder Kağan Sümer. "Nichts davon wäre möglich gewesen ohne die zentralen Gorillas-Communities: Mitarbeiter:innen, Kunden, Partner, Lieferanten und Investoren. Mit diesen starken Partnern zusammenzuarbeiten, die wichtigen Meilensteine zu erreichen und Prozesse und Systeme für die Zukunft zu bauen, erfüllt mich mit Stolz, Freude und Neugierde auf alles, was das nächste Jahr bringt."

Doch die positive Entwicklung wurde auch durch weniger erfreuliche Ereignisse getrübt: Es kam immer wieder zu Protestaktionen und Arbeitsniederlegungen seitens der Fahrerinnen und Fahrer. Sie kritisieren unter anderem befristete und unsichere Verträge, mangelhafte Ausrüstung und schlechte sowie späte Bezahlung.

Die Arbeitgeberseite gibt sich zumindest nach außen hin kooperativ. "Uns liegen die Interessen unserer Rider am Herzen, und wir nehmen ihr Feedback äußerst ernst", teilte das Unternehmen anlässlich der Protestaktion mit. "Wir unterstützen ausdrücklich und uneingeschränkt die Gründung eines Betriebsrats bei Gorillas und werden dafür selbstverständlich alle benötigten Mittel zur Verfügung stellen."

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