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Andreas Flegel
Logistik 26.06.2019
Logistik 26.06.2019

Andreas Flegel, Deloitte "Händler beschäftigen sich heute noch mit eher trivialen Themen"

Andreas Flegel, Director bei der Unternehmensberatung Deloitte Consulting

Deloitte

Andreas Flegel, Director bei der Unternehmensberatung Deloitte Consulting

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Das Thema "Anticipatory Logistics" ist eines der großen Ziele der Digitalisierung. Mit entsprechenden Anwendungen lassen sich Liefer- oder Versandzeiten deutlich verkürzen. Wie das in der Praxis aussieht und wie Händler davon profitieren können, erklärt Andreas Flegel.

Absatzprognosen sind für jeden Online-Händler von jeher ein kritischer Bereich. Das soll sich aber künftig mit der sogenannten Anticipatory Logistics ändern. Andreas Flegel, Director bei der Unternehmensberatung Deloitte Consulting, erklärt im Interview, was Händler und Logistiker erwarten können.

Wie würden Sie "Anticipatory Logistics" für einen Händler definieren?
Andreas Flegel: Mit Hilfe von Anticipatory Logistics werden vergangene, aktuelle und zukünftige Systemzustände eruiert und auf dieser Basis eine konkrete Handlungsempfehlung abgeleitet. Ein Beispiel: Mit Anticipatory Logistics werden Waren an einen bestimmten Ort geschickt, ohne dass bereits eine konkrete Bestellung oder ein Kauf erfolgt ist. Dies erfolgt aufgrund der Analyse vorangegangener Bestellungen.

Besteht für Sie ein Unterschied zu "Predictive Logistics"?
Flegel: Auf jeden Fall. Das Ziel von Predictive Logistics ist es, mittels quantitativer und qualitativer Datenanalysen Aussagen zu wahrscheinlichen zukünftigen Systemzustände zu treffen. Predictive Logistics ist also eine Vorhersage-Methode anhand von Analysen großer Datenmengen inklusive "Data Mining". Eine konkrete Handlung wird durch Predictive Logistics nicht abgeleitet.

Warum sollte das Thema "Anticipatory Logistics" für einen Händler interessant sein?
Flegel: Anticipatory Logistics ist eines der ganz großen Ziele der Digitalisierung. Mit ihrer Anwendungen lassen sich etwa Lieferzeiten und Versandzeiten deutlich verkürzen.

Ist das Thema nur für große Händler interessant oder auch für kleine?
Flegel: Das Thema ist für alle Händler gleichermaßen interessant, auch wenn große Händler über mehr Möglichkeiten verfügen, Konzepte zu Anticipatory Logistics umzusetzen.

Wie weit ist dieses Thema schon in den Köpfen der Händler angekommen?
Flegel: Derzeit beschäftigen sich einige große Händler mit dem Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Viele Händler beschäftigen sich heute noch mit eher "trivialen" Themen, etwa der kontinuierlichen Verbesserung der Datenqualität, um Analytics im allgemeinen besser und treffsicherer anzuwenden. Hier erscheint Anticipatory Logistics eher Zukunftsmusik zu sein.
 
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