Online-Shopping-Studie 11.11.2019, 14:04 Uhr

Generation Z sieht Amazon zunehmend skeptisch

Der E-Commerce-Riese Amazon sinkt zunehmend in der Gunst der Generation Z. 53 Prozent der 16- bis 24-Jährigen bevorzugen das Einkaufen bei Marken oder Retailern. Zu diesem Ergebnis kommt der "Future Shopper"-Report von Wunderman Thompson.
(Quelle: shutterstock.com/Nadia Snopek )
Die Loyalität der Generation Z gegenüber Amazon nimmt ab. 53 Prozent der 16- bis 24-Jährigen bevorzugen das Einkaufen bei Marken oder Retailern, die einen physischen Store besitzen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Future Shopper"-Report von Wunderman Thompson. Insbesondere dann, wenn sie datenbasierte Omnichannel-Erlebnisse bieten, für die sich ein Besuch lohnt. Damit liegt der Anteil in dieser Altersgruppe über dem Durchschnitt der Befragten von 48 Prozent.
Junge Webshopper stehen im Gegensatz zu älteren Generationen Amazon besonders skeptisch gegenüber. Denn sie werden am ehesten von ethischen Bedenken und Fragen zum Umweltschutz beeinflusst. Das Konzept von Amazon bekommt erste Risse und Kritik. Zum Beispiel in Form der WACD-Bewegung (What Amazon Can’t Do), die für die Generation Z absolut ein Thema ist.
Dennoch steht Amazon grundsätzlich bei den Webshoppern bei der Produktsuche an erster Stelle. Rund 54 Prozent beginnen die Recherche nach einem bestimmten Artikel auf dem Online-Marktplatz. Aber nur weil die meisten Verbraucher viele ihrer Produktsuchen auf Amazon beginnen, bedeutet das noch lange nicht, dass Händler automatisch alles auf eine einzige Plattform setzen sollten. Suchmaschinen nutzen immer noch 49 Prozent der Befragten. 29 Prozent steuern direkt die Markenwebsites an. Wohingegen nur neun Prozent aller Produktsuchen auf Social Media starten.
Quelle: Screenshot/wundermanthompsoncommerce.com

Inspiration über soziale Netzwerke

Für Inspiration ziehen die User allerdings soziale Netzwerke immer mehr heran. Fast ein Drittel der Online-Shopper aus der Umfrage findet Inspiration auf Social Media. 2018 waren es noch 23 Prozent. Besonders bei den 14. bis 24-Jährigen (49 Prozent) sind soziale Netzwerke zur Inspiration gefragt. Zudem ist Social Commerce im Kommen und wird zunehmend nativ, so dass Nutzer nicht die Kanäle wechseln müssen, um einen Kauf zu tätigen.
Insgesamt erwarten die Webshopper viel: niedrige Preise, verfügbare Produkte sowie eine schnelle Lieferung. Wo früher das Einkaufen im Netz eine relativ direkte Transaktion war, erwarten die Nutzer heute Kauferlebnisse. Kunden geht es heute nicht mehr nur darum, wo und wie sie einen Einkauf tätigen. Stattdessen sind heute viele Faktoren gleich wichtig: die Lieferung selbst, Retouren, Komfort, Prämien und sogar Umweltschutz. Online-Händler wie Amazon haben im Bereich Service hohe Maßstäbe gesetzt, die sich bei den Verbrauchern etabliert haben. Andere Händler und Marken müssen sich damit auseinandersetzen und versuchen, ein gleichwertiges Service-Level zu bieten.

Methode

Für The Future Shopper 2019 wurden über 15.000 Online-Konsumenten aus den USA, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Tschechien befragt.



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