E-Commerce im Wandel 04.04.2016, 13:30 Uhr

Virtual Reality: Die Potenziale für den Online-Handel

Gaming, Marketing und Co: Die virtuelle Realität nimmt immer mehr Einzug in unterschiedliche Bereiche. Welche Potenziale bietet VR für den E-Commerce? Wie wird sich das Shopping-Verhalten verändern?
(Quelle: Shutterstock.com/ibreakstock)
Die Revolution Virtual Reality (VR) nimmt immer mehr an Fahrt auf. Insbesondere im Bereich Gaming und Marketing sehen viele Branchenteilnehmer enorme Möglichkeiten durch die Technologie. Marken wie "The North Face" nehmen ihre Kunden zum Beipiel in einem Spot mit auf eine Reise durch Nepal und lassen sie mit Hilfe der virtuellen Technologie die dortige Winterlandschaft erleben.
Vom E-Commerce-Segment ist in diesem Zusammenhang noch nicht so oft die Rede. Warum das so ist, ist schwer nachvollziehbar. Denn die virtuelle Realität bietet eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um sie in den Kaufprozess im World Wide Web einzubinden.

Anfassen und anprobieren mit VR

Der E-Commerce-Markt boomt, aber es gibt eine entscheidende Hürde, die ein noch größeres Wachstum verhindert: Das Verlangen der Kunden das, was sie kaufen, probieren zu können. Denn viele Nutzer möchten ein Produkt nicht nur sehen, sondern auch anfassen und anprobieren. Das ist derzeit im Online-Handel noch nicht wirklich geboten. Dieses Manko verhindert so manchen Kaufabschluss und dadurch eine Steigerung der Conversion Rate. Hierbei kann die VR-Technologie Abhilfe schaffen.
Es gibt einige Entwicklungen, die es Usern ermöglichen sollen Artikel online zu testen. Unternehmen wie adidas oder Zalando experimentieren bereits mit virtuellen Umkleiden. In diesen Umkleiden können User mit Hilfe von VR Kleidungsstücke anprobieren und sich in diesen in einer 360-Grad-Ansicht betrachten - genauso wie bei einer Anprobe in einem stationären Laden.

Virtuelle Stores

Eine weitere Chance sind virtuelle Stores: Dank ihnen wandert der User virtuell durch den Online-Shop und kann hier wie in einen stationären Laden stöbern. Diese Möglichkeit bietet großes Potenzial für Cross- oder Up-Sells. Die Chance, dass ein Nutzer so ein weiteres Produkt für sich entdeckt, ist wesentlich höher im Vergleich zu einer statischen 2D-Produktseite.
Auch den Online-Möbelmarkt kann die Virtual Reality weiter nach vorne bringen. Shops bieten mittlerweile virtuelle Showrooms an, durch die User laufen können. Und Möbelhändler wie zum Beispiel Ikea stellen ihren Kunden bereits eine App zur Verfügung durch die sie Positionen von Möbeln in ihren eigenen vier Wänden virtuell testen können.

Status Quo der VR-Technik

Die Entwicklungen im E-Commerce durch VR stecken aber insbesondere in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie eine kostspielige Sache ist und sich derzeit erstmal globale Player mit respektablen Budgets langsam an die neue Technologie herantasten. Zudem ist die Verbreitung von VR-Brillen noch nicht sehr hoch.

Die Zukunft des E-Commerce

Diese Hürden können allerdings in absehbarer Zeit genommen werden. Bald können Online-Händler dem User sowohl ein emotionales als auch ein physisches Erlebnis mit den Produkten bieten. Online-Shopping wird sich für die User zu einem ganz neuen, anderen Erlebnis wandeln und Webshop-Betreiber werden ihre Conversion Rate steigern können. Denn durch die Möglichkeit die Artikel online auch physisch erfahrbar zu machen, wird ein wesentlicher Grund für Kaufabbrüche getilgt sein.
Des Weiteren werden Kunden aufgrund der neuen Erlebniswelten im Online-Shopping mehrfach den Weg in den Online-Store gehen als in den stationären Laden. Durch die virtuelle Realität verschwimmen die Grenzen zwischen dem Online- und Offline-Handel immer mehr.
Auch der Marktplatz-Betreiber Amazon scheint die Potenziale der virtuellen Realität für den Online-Handel erkannt zu haben. Der Internet-Riese plant den Aufbau einer Virtual-Reality-Plattform, um seinen Usern ein umfassendes Storytelling zu bieten.




Das könnte Sie auch interessieren