Digitalwelt in Zahlen 02.10.2017, 09:55 Uhr

Ceconomy: Das steckt hinter der Metro-Aufspaltung

Im Sommer wurde die Aufspaltung der Metro Group in die Metro AG sowie Ceconomy offiziell vollzogen. Warum war dieser Schritt notwendig und wie entwickeln sich die eigenständigen Unternehmen?
(Quelle: shutterstock.com/aureliefrance)
Gegen Ende des vergangenen Jahres gab der Handelsriese Metro Group bekannt, dass sich der Konzern in zwei eigenständige Unternehmen aufspaltet: Die Sparte Großhandel und Lebensmittel, in der das Großhandelsgeschäft Cash & Carry sowie die Verbrauchermarktkette Real aufgehen, nennt sich nun Metro AG. Das Elektronikgeschäft mit den Ketten Media Markt und Saturn sowie dem Online-Händler Redcoon bekam den Namen Ceconomy. Zudem wurde im Zuge der Neustrukturierung auch ein Digitalvermarkter, ebenfalls ein Tochterunternehmen von Ceconomy, gegründet: die Retail Media Group (RMG).
Die Gründe für die strukturellen Änderungen im Konzern waren vielfältig. Insgesamt lief es in den vergangenen Jahren bei dem Konzern nicht mehr rund. Durch die Aufspaltung sollten vor allem neue Wachstumsimpulse geschaffen werden. Im Sommer dieses Jahres war es dann endlich soweit. Nach einer langen Vorbereitungsphase und einigen Klagen gegen die Aufspaltung konnte sie offiziell vollzogen werden.
Doch die Herausforderungen sind - Aufspaltung hin oder her - weiter die gleichen: Der größte Druck lastet nach wie vor auf der Supermarktkette Real, der der Wettbewerb im Lebensmittelhandel zusetzt. Große Hoffnungen liegen auf dem Elektronikhändler Ceconomy. Das Unternehmen soll sich mit einem Umsatz von 22 Milliarden Euro und 65.000 Mitarbeitern offiziell zur größten Consumer Electronics Platform in Europa entwickeln. Eigenen Angaben zufolge erreicht das Unternehmen mit seinem Online- und Offline-Geschäft bereits sechs Millionen Kunden in 15 Ländern. Dabei setzt die Ceconomy künftig auf ein Multichannel-Modell, das die Vorteile der physischen und digitalen Welt kombiniert. Das große Ziel ist es, als "Vorreiter der digitalen Transformation" am Markt zu agieren.
Um dem Ziel ein Stück näher zu kommen, hat die Ceconomy bereits im Juni ein strategisches Investment getätigt und sich mit 452 Millionen Euro am französischer Konkurrenten Fnac Darty beteiligt. Damit hält Ceconomy nun 24 Prozent der Unternehmens-Anteile. Fnac Darty ist laut Ceconomy mit einem Marktanteil von 23 Prozent der führende Anbieter für Verbraucherelektronik in Frankreich. Bislang war das Nachbarland einer der wenigen großen europäischen Märkte, in denen die Düsseldorfer noch nicht präsent waren.

Gründung des eigenen Digitalvermarkters

Was die Vermarktung der eigenen Plattformen angeht, hat sich die Metro im Zuge der Umstrukturierung ebenfalls neu aufgestellt und mit der Retail Media Group einen eigenen Digitalvermarkter gegründet. Das heißt, dass die Vermarktung der Reichweiten der E-Commerce-Plattformen nun inhouse und nicht mehr von externen Dienstleistern bearbeitet wird.
Der Service der Retail Media Group unterscheidet sich aber im Vergleich zu Mitbewerbern wie beispielsweise der Otto Media Group oder Zalando Media Solutions dahingehend, dass sich die Retail Media Group nicht ausschließlich auf ihre Seiten fokussiert, sondern die Werbung für ihre Kunden auch auf externe Plattformen transportiert. Zudem kooperiert die Retail Media Group auch mit Retail-Partnern außerhalb der (ehemaligen) Metro-Gruppe.
Die Neugründung verfügt aus dem Stand über einen beachtlichen Datenschatz: Unter anderem dank der Unternehmen Saturn, Media Markt, Hitmeister, Redcoon und Real kommt man gemeinsam auf bis zu 15 Millionen Online-Kundenkontakte täglich. Die anonymisierten Nutzerdaten der Töchter werden dann zusammengeführt und für zielgruppengenaue Werbekampagnen genutzt.
Künftig sollen die Kontakte von Webseiten und Online Shops auch mit Offline-Daten verknüpft werden, also Besucher- und Transaktionsdaten aus stationären Stores und anderen Multichannel-Kontaktpunkten. Geleitet wird die RMG von Richy Ugwu als CEO, der zuvor als Head of Digital Innovation bei der Metro Group tätig war. Die neue Metro AG wird Olaf Koch geführt. Media-Saturn-Chef Pieter Haas indes leitet nun Ceconomy.
Wie sich die Unternehmen mit der neuen Struktur entwickeln werden und ob sich die gewünschten Wachstumsimpulse durch die Aufspaltung einstellen, bleibt abzuwarten. Ein erstes Indiz, in welche Richtung sich die Metro AG sowie die Ceconomy entwickeln, werden die kommenden Quartalszahlen sein. Diese werden Mitte Dezember veröffentlicht werden.



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