"Eine komplette Übernahme war so nicht geplant"

Die Store-Kooperationen von Bruno

Sie haben gerade einen eigenen Showroom in Berlin eröffnet. Zuvor gab es vor allem Store-Kooperationen. Ist der Plan nun vermehrt in die Fläche zu gehen?
Baer: Unser Showroom-Konzept ergänzt den Online-Ansatz nahtlos. In Berlin haben wir den Showroom in unser Büro integriert, das hat sich beim Umzug in neue Räume wunderbar angeboten. Mittelfristig werden wir das Konzept mit externen Partnern zu arbeiten beibehalten.
Wie unterscheidet sich die stationäre Präsenz von Bruno im Vergleich zu den Läden von Ruf Betten?
Baer: Bei Bruno wird der Kunde von der Webseite in den Showroom gelenkt. Der Verkauf findet aber immer noch zu 100 Prozent Online statt. Ruf kommt genau von der anderen Seite und ist im Fachhandel seit Jahrzehnten eine Instanz für hochwertige Betten aus Deutschland. Wir treten also komplett komplementär im Markt auf.
Die Konkurrenz der Anbieter im Matratzen-Markt ist hierzulande groß. Anbieter wie Eve haben sich bereits zurückgezogen. Und Casper hat mit seinem IPO deutlich weniger eingenommen als erwartet. Wie will sich Bruno in den kommenden Jahren im Markt behaupten?
Baer: Als ich vor vier Jahren vor dieser Entwicklung warnte und auf Profitabilität vor nicht nachhaltigem Wachstum setzte, wurde ich oft schräg angeschaut. Heute sehen wir, dass der Weg für uns richtig war. Wir werden genau diesen Weg fortsetzen und auf hochwertige Produkte setzen, die sich über ihre Qualität und Eigenschaften vom Wettbewerb abheben, nicht nur über ein Mehr an Adwords-Ausgaben.
Bruno ist mit einer One-Fits-All-Matratze gestartet. Mittlerweile finden sich auch noch zahlreiche andere Artikel im Sortiment. Kann man mit nur einem Produkt nicht langfristig erfolgreich wirtschaften?
Baer: Es gibt viele Wege erfolgreich zu sein. So ist es auch im Möbel-Online-Markt, man kann das nicht generalisieren. Durch das Zuviel an Venture-Capital-Finanzierung und der Ähnlichkeit der Angebote aus Kundensicht wurde es bei der Matratze jedoch echt schwierig. Ich glaube, dass die aktuelle Entwicklung eine heilende Wirkung hat. Die Bruno Matratze ist nach wie vor ein super Produkt und wir werden auch hier wieder verstärkt im Markt mitmischen.
Was werden die nächsten Meilensteine für Bruno sein?
Baer: Wir haben noch ganz viel vor in den nächsten Jahren. Zuerst werden wir mit Ruf gemeinsam die zuvor genannten Projekte aufsetzen. Gleichzeitig arbeiten wir an einer Erweiterung unserer Modellpalette und auch beim Thema Internationalisierung wird dieses Jahr noch etwas von Bruno kommen.



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