Neue Gründerzeit 22.05.2018, 15:23 Uhr

Start-ups treiben die Digitalisierung voran

Der digitale Dornröschenschlaf ist auch in Deutschland vorbei. Innovative Start-ups verhelfen dem Mittelstand zu neuen Geschäftsmodellen und unterstützen bei der Digitalisierung.
(Quelle: shutterstock.com/frank peters )
Von Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland GmbH
Deutsche Start-ups schielen nicht mehr ins Silicon Valley. Sondern sie besinnen sich auf die Stärken unseres Standorts. Sie entwickeln lieber digitale Anwendungen für das Geschäft zwischen Unternehmen und das Internet der Dinge. Oder für Robotics, Mikroelektronik und Biotech. Gebiete, auf denen wir dem Silicon Valley voraus sind, Gebiete, in denen sich Deutschland an die Spitze setzen kann - und wo die spannendsten Kunden für die Start-ups mittelständische Unternehmen aus unserem Land sind.
Doch einer Deloitte-Studie zufolge haben derzeit zwar schon 50 Prozent der Start-ups Kooperationserfahrungen mit dem Mittelstand, aber nur 20 Prozent der Mittelständler haben bereits mit einem Start-up zusammengearbeitet.
Die Partner finden offenbar schwer zusammen. Das müssen wir ändern: Denn Start-ups können den mittelständischen Unternehmen helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, sich Zugang zu neuen Technologien zu verschaffen oder ihren Innovations- und Digitalisierungsgrad zu erhöhen. Und Neugründer profitieren von mehr Wachstum und Skalierung und gewinnen erste Referenzkunden mit einem etablierten Kunden- und Vertriebsnetzwerk.

Junge Unternehmen liefern Denkanstöße

Start-ups sind wichtige Ideengeber im digitalen Zeitalter: NavViS und Enfore zum Beispiel gelten mit ihren digitalen Ser­vices - der Indoor-Navigation und der digitalen Kasse - als First Mover. Sie sind also nicht nur cool, sondern revolutionär.
Die Digitalisierung lebt von solchen Impulsen: Sie ist ein Muss, aber kein Selbstläufer - und schon gar nicht bequem. Im Gegenteil: Digitalisierung tut weh, weil sie wehtun muss. Denn sie greift tief in sämtliche Abläufe ein, verändert Arbeitsprozesse, Kommunikation oder Kauf- und Kundenverhalten. Digitalisierung setzt eine neue Kultur der Zusammenarbeit vo­raus, intern wie mit externen Partnern. Deshalb ist sie keine Frage von Bits und Bytes. Sondern eine Frage des Wollens und eine bewusste Entscheidung.

Faire und einfache Rahmenbedingungen

Dieser grundlegende Wandel braucht - neben einer digitalen Unternehmensstrategie - faire und einfache Rahmenbedingungen in Politik und Gesellschaft. Also weniger Regulierung, mehr digitale Bildung - und einen besseren Zugang zu Kapital und Kontakten für Start-ups.
Start-ups mit Weitblick gibt es viele bei uns. 300 bis 400 kommen jährlich hinzu. Aber wer wachsen will, braucht Förderung.



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