Start-up vorgestellt 06.03.2017, 08:05 Uhr

Kaufsafari: Vertriebshilfe für Start-ups

Kaufsafari will sich als B2B-Marktplatz für die Produkte von Start-ups etablieren: Gründer finden hier ihren Handelsvertreter, Händler wiederum innovative Produkte und praktische Verkaufshilfe.
Start-ups beim Start: Kaufsafari bringt Händler mit den Produkten von jungen Unternehmen zusammen
(Quelle: Shutterstock.com/Sunny Studio )
Manche Geschäftsideen liegen so nahe, dass es erstaunt, warum sie nicht schon längst aufgebaut wurden. Kaufsafari ist so eine Idee: Das Start-up aus Duisburg betreibt einen B2B-Marktplatz, auf dem Händler die Produkte von Jungunternehmen entdecken und einkaufen können. "Wir vermitteln Kaufverträge an Händler", beschreibt Geschäftsführer Malte Dietrich das Modell, "und wir helfen Gründern, ihre Produkte im großen Maßstab in den Handel und zu den Kunden zu bringen." Für diese Dienstleistung lässt sich Kaufsafari mit Provisionen zwischen acht und 15 Prozent bezahlen.
Die Idee entstand 2015, seither tüftelt das Team um Malte Dietrich an Kaufsafari. Es sprach zunächst Gründer an, baute ein Netzwerk von interessierten Händlern auf, entwickelte zudem den B2B-Marktplatz, der nach einer Betaphase und Anpassungen am Service Ende 2016 in Betrieb ging.
Das Angebot zeigt zurzeit koffeinhaltige Fruchtgummis, die den Energy-Drink ersetzen sollen, ein Solarpanel zum Aufladen von Smartphones, ein Kommunikationsgerät für Taucher, die mobile Trainingsstange für das Sixpack und rund 20 weitere Produkte von jungen Unternehmen. Bis Jahresende soll das Sortiment aus mehreren Hundert Produkten bestehen. "Es besteht unter Händlern ein hohes Interesse an Neuem", beobachtet Dietrich, "andererseits liegen bei neuen und unbekannten Waren die Absatzrisiken höher, Händler brauchen daher Erfolgsprognosen sowie Hilfen bei der Preisgestaltung und bei der Vermarktung." Händlern Sicherheit bieten ist daher ein weiteres Ziel der Duisburger.
Responsives Design: Kaufsafari ist auf allen Kanälen erreichbar und bietet Händlern Werbehilfen sowie Verkaufsprognosen

Quelle: Unternehmen

Verkaufsdaten und Wirtschaftsdaten

Kaufsafari wird daher in Zukunft die Verkaufsdaten seiner Handelspartner sowie des eigenen Marktplatzes plus Wirtschaftsdaten aus externen Quellen wie Social-Media-Kanäle auswerten, um Händler über Absatzchancen und Verkauf beraten und mit Werbemitteln unterstützen zu können. Das Unternehmen plant außerdem Plug-Ins für Online Shops, damit Händler Neuigkeiten besser präsentieren und verkaufen können.
Junge Unternehmen oder Erfinder indes bewerben sich mit ihren Produkten bei Kaufsafari, Händler können sich auf dem Marktplatz registrieren. "Auch wenn wir nicht jedes Produkt physisch in der Hand halten, selektieren wir vor", berichtet Dietrich. Absatzchancen recherchiert das Kaufsafari-Team beispielsweise bei Crowdfunding-Plattformen, auf denen viele Gründer erstmals ihre Waren an Verbraucher anbieten, oder leitet diese aus verfügbaren Marktzahlen, Trendnachrichten oder von Erfolgen von Anbietern ähnlicher Dinge ab.
Für die Waren, die Kaufsafari in sein Sortiment aufnimmt, spricht das Gründer-Team danach gezielt Handelspartner an und schreibt die Produkte zudem auf dem Online-Marktplatz aus. "Wir verkaufen in Form von Kampagnen", erläutert Dietrich das Vorgehen, "und schließen alle Interessenten zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammen. So realisieren wir größere Abnahmemengen, dadurch gewinnen Händler Preisvorteile, Start-ups wiederum Sicherheit für die Produktion."
Mit Abo-Modellen werden schließlich die Nachbestellungen der Händler weiter gebündelt und gemanagt. Die Start-ups wiederum verschicken ihre Ware gesammelt an Kaufsafari, die Duisburger übernehmen danach das Verteilen an die einzelnen Fach- und Einzelhändler oder Online Shops.

Wenig Konkurrenz

Obwohl die Geschäftsidee so nahe liegt, gibt es noch wenig Konkurrenz für Kaufsafari. Amazon launchte im Herbst 2016 sein Launchpad-Programm in Deutschland und bietet Start-ups damit ebenfalls eine Verkaufsplattform für ihre Waren an. "Amazon richtet sich damit direkt an Verbraucher", grenzt Dietrich aber das eigene Angebot vom US-Konzern ab. "Das hat jedoch einen Haken: Welcher Kunde sucht schon auf einem Marktplatz nach Dingen, die er noch gar nicht kennt?"
Weitere Konkurrenz sind die Crowdfunding-Plattformen, auf denen Verbraucher sich aus ersten Kleinserien mit innovativen Dingen versorgen können - allerdings mit allen Risiken, die mit dem Neuen verbunden sind: etwa, dass die erste Produktion nicht geschafft wird, dass Produkte noch nicht ausgereift sind. Außerdem müssen sie sich für die Suche durch mehrere Plattformen wühlen. 
Das Interesse an Kaufsafari wächst daher auch unter Kunden. Unter den Handelspartnern, die Kaufsafari bisher überzeugen konnte, finden sich Online Shops, aber auch Fach- und Einzelhändler oder Verkäufer, die ihr Sortiment ausschließlich über Marktplätze wie Amazon, eBay oder Crowdfox absetzen. "Unsere Vision ist, dass Start-ups keinen Vertrieb machen müssen und sich auf ihre Produktentwicklung konzentrieren können", sagt Dietrich. "Umgekehrt sollen sich selbst kleine Händler preisgünstig mit Innovationen eindecken können."



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