Food-Start-up 20.05.2019, 09:43 Uhr

Insolvenz: So kam es zur Schieflage bei Fittaste

Das Food-Start-up Fittaste, das durch die TV-Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt geworden ist, hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Wie kam es zu der Schieflage bei dem jungen Unternehmen?
(Quelle: Fittaste )
Das Food-Start-up Fittaste hat vergangene Woche beim Amtsgericht Trier einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, wie Gründerszene berichtet. Daraufhin hat das Gericht Rechtsanwalt Thomas B. Schmidt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb wird ohne Einschränkungen weitergeführt. Aktuell prüft der Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Situation des Start-ups, das unter anderem durch die TV-Show "Die Höhle der Löwen" (DHDL) bekannt geworden ist.
Geschäftsführer Konstantin Ladwein teilte zur Einreichung des Insolvenzantrags mit: "Ich, als auch das gesamte Fittaste Team, werden weiterhin alles dafür tun, um das Unternehmen aus dieser schwierigen Situation herauszumanövrieren."

Gründe für die finanzielle Notlage

Einer der Gründe für die negative Geschäftsentwicklung ist laut Ladwein, dass das Unternehmen zu schnell gewachsen ist und nun den Anforderungen, die daraus resultiert sind, nicht mehr gerecht werden kann. "Es mussten Entscheidungen getroffen und Investitionen getätigt werden, die zu unserem Bedauern nicht in jedem Fall zum erwünschten Erfolg führten und in ihrer Gesamtheit nicht mehr durch das laufende Tagesgeschäft zu revidieren sind. Obwohl das Unternehmen weiterhin stabil läuft, ist es nicht möglich, diese Altlasten aus eigener Hand kurzfristig zu bedienen", so der Geschäftsführer weiter.
Zu diesen Investitionen zählten unter anderem ein neuer Shop sowie ein neues Warenwirtschaftssystem. Allein die Implementierung nimmt normalerweise mehrere Monate in Anspruch. Bei Fittaste wurde die Einführung hingegen aufgrund der hohen Nachfrage nach der TV-Ausstrahlung in kürzester Zeit bewerkstelligt.
Die Folge war, dass Shop und Warenwirtschaft nicht so funktionierten, wie sie sollten: Bestände wurden teilweise falsch berechnet, gegen Ende der Woche war das Lager leer. Des Weiteren wurden Bestellungen nicht korrekt verarbeitet und gingen dementsprechend nicht in den Versand. Diese Probleme wurden zwar nach und nach behoben, haben aber offenbar ihre Spuren hinterlassen.
Ziel ist es nun, Fittaste wieder auf Kurs zu bringen. Rechtsanwalt Schmidt will das Start-up mit einem Sanierungsplan wieder zukunftsfähig zu machen.

Der Werdegang von Fittaste

Das Start-up ist 2014 als "fitnessgerechnetes Restaurant" mit eigenem Lieferservice gestartet. Ein Jahr später wurde das Geschäftsmodell modifiziert, erstmals wurde auch Essen deutschlandweit versendet.
2017 hatte das junge Unternehmen seinen Auftritt bei DHDL und konnte in der TV-Show Investor Frank Thelen von sich überzeugen. Thelen stieg damals mit 300.000 Euro gegen 25 Prozent der Anteile bei Fittaste ein. Im vergangenen Jahr erhöhte er seine Anteile sogar auf 33 Prozent.
Thelen hat sich zum Insolvenzverfahren gegenüber Gründerszene folgendermaßen geäußert: "Als Venture-Capital-Investor müssen wir damit rechnen, dass einige unserer Portfolio-Unternehmen nicht das eingesetzte Kapital zurückspielen. Zu 'Die Höhle der Löwen' gehört leider auch dazu, dass Unternehmen sich nicht wie erhofft entwickeln."



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