Neues Händlernetzwerk 16.05.2014, 11:30 Uhr

Marktplatz bepado startet mit tausend Shops

Im Juni 2013 stellte Shopware ein neues Projekt vor, das Händler und Lieferanten unter anderem über Community-Funktionen vernetzen soll. Nun hat der Anbieter das B2B-Portal bepado offiziell gelauncht.
(Quelle: Shutterstock.com/Iryna Rasko )
Nach einem Jahr Beta-Phase hat Shopware das Marktplatzprojekt bepado heute während der Shopware Community Days offiziell online gebracht. Über das E-Commerce-Portal des Shop-Software-Herstellers sollen sich Händler untereinander vernetzen und ihre Produktsortimente verknüpfen.
Zielgruppe sind in erster Linie kleine und mittelständische Unternehmen, die unter anderem Artikeldaten austauschen, gemeinsame Marketingaktionen durchführen und die lokale Shop-Suche auf den Datenbestand aller teilnehmenden Verkäufer ausdehnen können. Zum Start stehen 2,5 Millionen Produkte in den virtuellen Regalen, tausend aktive Händler sind mit dabei. Anders als bei anderen großen Marktplätzen fallen bei bepado keine Provisionen für die Shop-Betreiber an.
 
Mit dem neuen Marktplatz, das der Anbieter als "Betriebssystem für den E-Commerce" anpreist, will Shopware Online-Händlern und deren Lieferanten die Möglichkeit geben, gemeinschaftlich zu wachsen und sich von etablierten Branchengrößen wie Amazon und eBay unabhängiger zu machen. Von der Idee einer reinen B2B-Plattform, die der Ausgangspunkt des Projekts war, ist das Schöppinger Unternehmen indes etwas abgerückt.

Viel mehr Tools als geplant

"Während der Entwicklungs- und Testphase in den vergangenen zwölf Monaten haben wir sehr schnell festgestellt, dass das ursprünglich als soziales Händlernetzwerk angekündigte bepado weitaus mehr kann und viel mehr Tools entstanden sind, die Shop-Betreiber sinnvoll nutzen können, um einen effizienten Online-Handel zu betreiben", erklärte Projektleiter Dietmar Hölscher in seiner Keynote auf den Shopware Community Days.
 
Neben dem sozialen Netzwerk für Shop-Betreiber, das die Grundlage des Marktplatzes bildet, und der integrierten B2B-Plattform, mit deren Hilfe Händler waren untereinander austauschen können, gehören auch externe Shop- und Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme zum Konzept. Diese können an bepado angedockt werden. Darüber hinaus haben die Entwickler verschiedene Zusatzfunktionen in die Plattform integriert, etwa eine Cloudsearch, Profiling, ein Affiliate-Netzwerk und Statistiken.
(Quelle: bepado Screenshot)
"Besonderen Wert legen wir in bepado auf das Einkaufen als emotionales Erlebnis", sagt Stefan Hamann, Vorstand und Entwicklungsleiter von Shopware. Dazu gehöre beispielsweise eine Suche, die im ersten Schritt rein auf Bildern basiert, weil das klassische Einkaufen von der optischen Wahrnehmung lebe. "Wir haben dazu eine Bildersuche geschaffen, die sich auf mehr als 30 verschiedene Faktoren stützt“, erläutert Hamann. Weitere Features sollen nach und nach hinzukommen.

Auch B2C statt nur B2B

Bereits jetzt ist bepado, anders als zunächst angekündigt, kein reines B2B-Portal, sondern eine Shopping-Plattform auch für Konsumenten. Mit dem Anspruch, der größte Marktplatz in Europa zu werden, haben die bepado-Betreiber versucht, ein typisches Problem solcher Portale zu beheben: dass die angegebenen Artikelbestände nicht immer mit den tatsächlichen Beständen der Händler übereinstimmen. "Bei bepado ist das anders, da es eine Live-Version-Abfrage der aktuellen Daten in allen Schritten des Checkout-Prozesses gibt", verspricht Hamann.
 
Für Händler ist der neue Marktplatz kostenfrei, die Finanzierung will Shopware über Lieferantengebühren bewerkstelligen. Außerdem sollen bis Ende dieses Jahres weitere 6.000 Händler eingebunden werden, damit bepado den dritten Platz im deutschen Marktplatz-Ranking erobert.
Über Online-Marktplätze wie Amazon, eBay oder Rakuten werden mittlerweile jährlich Milliarden-Umsätze im deutlich zweistelligen Bereich umgesetzt. Kein Wunder, dass immer mehr Händler dort präsent sein wollen. Es bedarf allerdings einer durchdachten Strategie, um auf Marktplätzen erfolgreich zu sein und unter anderem rechtliche Fallstricke zu umgehen.

Produkte auf Online-Marktplätzen anbieten - und schon steigt der Umsatz? So einfach ist es nicht. Bevor Händler ihre Produkte einstellen, sollten sie eine Strategie entwickelt haben. Der E-Commerce-Experte Peter Höschl gibt im eBay-Leitfaden "Der einfache Weg in den E-Commerce" Tipps zu Preisgestaltung sowie Versand und nennt die nötigen Tools.




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