Rechtstipp 22.12.2016, 10:03 Uhr

Setzen von Hyperlinks: Riskantes Verlinken

Für sein Urteil hat das LG Hamburg enorme Kritik erfahren, da es von vielen als lebensfremd empfunden wird: Wer Hyperlinks kommerziell einsetzt, muss sich vergewissern, dass der Link zu einem urheberrechtskonform veröffentlichten Werk führt.
Eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts (LG) Hamburg sorgt derzeit für große Unruhe bei allen Betreibern von Online Shops und sonstigen kommerziellen Websites (Beschluss vom 18.11.2016, Az. 310 O 402/16). Die Aufruhr ist verständlich, denn tatsächlich hat die Entscheidung erhebliche Praxisfolgen.
Worum geht es? Ein Fotograf war auf eine Internetseite gestoßen, die einen Link auf eine andere Seite enthielt. Auf dieser anderen Internetseite war eine Architekturfotografie zu sehen, die dort in bearbeiteter Form und ohne Einwilligung des Fotografen veröffentlicht war. Der Fotograf störte sich an der Verlinkung und erwirkte vor dem LG Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber der Seite, die den Link zu der anderen Seite mit der eigentlichen Fotografie enthielt.

Eingriff in das Urheberrechtsgesetz

Nach Auffassung des LG Hamburg hatte der "Verlinker" in das Verwertungsrecht des Fotografen aus §§ 19a, 23 Satz 1 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) eingegriffen. So könne bereits das Setzen des Links eine öffentliche Wiedergabe der urheberrechtlich geschützten Fotografie sein, da die Abbildung auf diese Weise ein neues Publikum erreiche.
Dies sei nur dann ohne Zustimmung des Urhebers erlaubt, wenn der Link zu einem urheberrechtlich geschützten Werk führe, das auf der verlinkten Website mit Erlaubnis des Rechteinhabers frei zugänglich sei. Dann liege schon gar keine urheberrechtlich relevante Handlung des "Verlinkers" vor.



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