Boom bei Online-Bestellungen 30.07.2019, 10:45 Uhr

Lieferdienst Delivery Hero kann Umsatz mehr als verdoppeln

Online-Bestellungen boomen - und bescheren dem Essenslieferanten Delivery Hero ordentliche Schübe beim Umsatzwachstum. Das Unternehmen will nun weiter viel Geld in die Neukundengewinnung stecken.
(Quelle: shutterstock.com/blurAZ)
Der Essenslieferant Delivery Hero wächst dank des Booms bei Online-Bestellungen weiter kräftig. Zwischen April und Juni erlöste der Konzern mit 315 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie das im MDax notierte Unternehmen in Berlin mitteilte. Dabei rechnet Delivery Hero den Verkauf des Geschäfts mit der Marke Foodora in Australien und Europa sowie der deutschen Lieferdienste heraus.

Nach einem starken Start des Geschäfts in das dritte Quartal sei der Konzern sehr optimistisch, die Jahresziele zu erreichen, sagte Vorstandschef Niklas Östberg laut Mitteilung. Delivery Hero profitierte stark davon, dass die Zahl der teilnehmenden Restaurants an den eigenen Lieferdiensten um 70 Prozent auf mehr als 310 000 stieg, vor allem durch den Ausbau des Geschäfts in Asien und Amerika.

Übernahmefantasien mit Fusionsplänen befeuert

Die Aktie lag am Vormittag mit knapp einem Prozent im Plus bei 43,33 Euro. Am Vortag hatte sie bereits fast fünf Prozent gewonnen, weil die Rivalen Takeaway und Just Eat die Übernahmefantasie in der Branche mit ihren Fusionsplänen befeuert hatten. Im laufenden Jahr hat das Papier bereits rund ein Drittel zugelegt. Bis zum Rekordhoch vor rund einem Jahr bei 52,35 Euro ist der Weg aber noch weit.

Die Investitionen ins Wachstum zahlten sich aus, urteilte JPMorgan-Analyst Marcus Diebel. Insgesamt unterstreiche die Entwicklung die Stärke und gute Planbarkeit des Geschäftsmodells. Umsatz und Bestelleingang des Essenslieferdienstes seien höher als erwartet ausgefallen, schrieb auch Goldman-Sachs-Analyst Rob Joyce in einer Ersteinschätzung.

Delivery Hero steckt weiter viel Geld in die Neukundengewinnung. Für das laufende Jahr bestätigte Östberg den Ausblick für einen um Sondereffekte bereinigten Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 370 bis 420 Millionen Euro. Das Geschäft in Europa soll in der zweiten Jahreshälfte die Gewinnschwelle erreichen. Beim Umsatz rechnen die Berliner weiter mit 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro.



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