6. E-Commerce-Mediengespräch 08.03.2018, 11:01 Uhr

Otto: "Wir gelten als die Weltmeister der digitalen Transformation"

Bei ihrem 6. E-Commerce-Mediengespräch gab die Otto Group Einblicke in verschiedene Gesellschaften des Unternehmens. Durchgängig präsent waren die Schlagworte Digitalisierung und Ökosystem.
C-Level: Patrick Boos (Baur-Gruppe), Jan Kegelberg (SportScheck), Sebastian Klauke (Otto Group), Rainer Hillebrand (Otto Group), Thomas Voigt (Otto Group), Sven van den Bergh (Limango) und Frank Selbach (Witt-Gruppe) (v.l.n.r.)
(Quelle: Eva Christian)
Unter dem Motto "Technologie, die Menschen begeistert" lud die Otto Group Medienvertreter zu einem Blick auf das E-Commerce-Geschäft des Konzerns in die Münchner Limango-Zentrale. Rainer Hillebrand, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Otto Group, eröffnete mit einem ersten Blick auf die Ergebnisse im E-Commerce des zum 28. Februar abgelaufenen Geschäftsjahres 2017/18.
Weltweit stieg der Online-Umsatz des Konzerns um 10,9 Prozent auf rund 7,76 Milliarden Euro. In Deutschland lag das Plus mit 10,2 Prozent knapp darunter; es wurde ein Umsatz von 5,4 Milliarden Euro erzielt. "Damit haben wir unsere Position weltweit als einer der größten Player im E-Commerce und auch als Nr. 2 in Deutschland nachhaltig hinterlegt", erklärte Hillebrand dazu. Und er betonte: "Wir gelten als die Weltmeister der digitalen Transformation." Man wisse aber auch, dass man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen dürfe.

Öffnung für externe Partner

"Die wichtigsten Konkurrenzunternehmen sind Pure-Play-Tech-Unternehmen, bei denen man eigentlich denkt, dass sie sich mit Handel eher zufällig beschäftigen", sagte in diesem Zusammenhang Sebastian Klauke, seit Mitte 2017 Chief Digital Officer der Otto Group.  Mit dem richtigen Marktsegment und den entsprechenden Skills sei es durch die Verfügbarkeit von Technologie relativ einfach, im E-Commerce von Null zu einem signifikanten Player zu werden.
Otto zieht daraus für sich den Schluss, dass Partnerschaften ein wichtiger Erfolgsfaktor sind. Der Konzern will sich dazu selbst öffnen, zum Beispiel indem sich Otto.de zu einer Plattform wandelt, auf der auch Partner wie der Kosmetik-Konzern L'Oreal Geschäfte machen können. Aber auch das eigene technologische Ökosystem soll für andere zur Verfügung gestellt werden. "Wir gehen weg von dem Gedanken 'Da ist etwas besonders gut, das müssen wir für uns alleine behalten' hin zu 'Da ist etwas besonders gut, das ist ein Geschäftsmodel'", so Klauke. Mit Aboutyou wird beispielsweise gerade der erste Schritt hin zu einem E-Commerce-Technologieanbieter vollzogen.
Auch mit vermeintlichen Wettbewerbern will die Otto Group Kooperationen eingehen. Beispielsweise arbeitet der Konzern hinsichtlich Voice-Assistenten bereits mit Google zusammen. Während Google die Technologie und die Reichweite hat, bringt Otto mit seinen Gesellschaften den Content ein. Auch beim Thema Augmented Reality kooperieren beide Unternehmen bereits; Otto sieht dabei vor allem für den Möbelverkauf wertvolle Anwendungsmöglichkeiten, die bereits getestet werden.

Digitalisierung in allen Gesellschaften

Weitere Einblicke in den Stand und das Fortschreiten der digitalen Transformation der Otto Group gaben Vertreter verschiedener Gesellschaften. Jan Kegelberg, CDO von SportScheck, berichtete von verschiedenen neuen Geschäftsmodellen des Münchner Sporthändlers, zum Beispiel vom Plattform-Modell, in das bald weitere Partner integriert werden sollen oder von der Eventvermarktung durch das Tochterunternehmen Fitfox, die gerade erst live gegangen ist.
Für die Witt-Gruppe betonte Thomas Voigt, Pressesprecher der Otto Group, dass das Unternehmen aktuell in insgesamt 17 Ländern aktiv ist und eines der ertragreichsten und wachstumsstärksten Konzepte des Otto-Konzerns darstellt. Frank Selbach, Chief Information Officer der Witt-Gruppe, erklärte, dass die Zielgruppe des Unternehmens unter anderem deshalb so interessant sei, weil die Gruppe der Menschen ab 67 Jahren die am stärksten wachsende Online-Gruppe sei und dass in der Altersgruppe ab 55 jedes Jahr in Deutschland 500.000 neue Online-Shopper hinzukommen. "Online ist keine Frage der Generation", sagte Selbach.
Noch sei der Webshop eine Art "Bestellkarten-Erfassungssystem", im März soll aber eine neue Plattform auf Basis der Technologien von Aboutyou an den Start gehen, um beispielsweise Themenwelten und ein wirkliches Einkauferlebnis bieten zu können, aber auch um Fremdmarken oder Sortimente von Otto.de einbinden zu können. Auch die 120 Witt-Weiden-Filialen in Deutschland sollen in den Omnichannel-Ansatz eingebunden werden.

Limango: Kundenkommunikation über digitale Assistenten

Bei Limango, mit zwei Millionen Kunden nach eigenen Angaben der führende Shopping-Club für Familien in Europa, steht aktuell die Kundenkommunikation über digitale Assistenten im Fokus. Dabei gibt es erste Versuche mit Voice-Assistenten wie Alexa von Amazon, aber auch die Nutzung von Push-Nachrichten, nicht nur via App, sondern auch browserbasierend, wird ausgebaut.
Kunden werden verstärkt auch über WhatsApp angesprochen, ein Kanal der laut Limango-CEO Sven van den Bergh sogar das Potenzial hat, auf Sicht hin den typischen Newsletter zu ersetzen. Der Shopping-Club verzeichnete 2017 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Umsätze konnten um 24 Prozent auf 188 Millionen Euro gesteigert werden. Damit wächst Limango aktuell doppelt so schnell wie der deutsche E-Commerce-Markt.



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