Marktplätze vorgestellt 07.12.2019, 15:53 Uhr

Fruugo: Einer der am stärksten wachsenden Online-Marktplätze Europas

Der britische Online-Marktplatz Fruugo überzeugt vor allem in Nordeuropa mit dreistelligen Wachstumsraten, zwei Millionen Nutzern und einem besonders einfachen Zugang zum internationalen Verkauf. Trotzdem ist die Plattform unter deutschen Händlern nahezu unbekannt.
(Quelle: Screenshot Fruugo)
In britischen E-Commerce-Fachmedien gehört das vor über zehn Jahren in Helsinki gegründete Fruugo spätestens seit dem Umzug ins nordenglische Ulverston zum Standard-Repertoire, wenn es um aufstrebende Online-Marktplätze geht. In den letzten drei Jahren ist der Marktplatzumsatz um 116 Prozent gewachsen, zwei Millionen Kunden aus 43 Ländern nutzen Fruugo. Allein elf neue Länder-Websites wurden 2019 eröffnet.
In Großbritannien hat dieses Tempo dem Marktplatz kürzlich erneut den Titel des "am schnellsten wachsenden Tech-Unternehmen" des Jahres eingebracht. Grund genug, sich den Marktplatz einmal genauer anzuschauen.

In Deutschland nahezu unbekannt

Auch in Deutschland ist Fruugo mit einer eigenen Länder-Website aktiv - dennoch ist der Marktplatz hierzulande sowohl unter Kunden als auch unter Online-Händlern nahezu unbekannt. Das ERP-System plentymarkets, das sich besonders durch die einfache Anbindung vieler verschiedener Online-Marktplätze auszeichnet, hat auch eine Schnittstelle zu Fruugo im Angebot - doch aktuell nutzen nur 39 der über 5.000 plentymarkets-Händler die Anbindung, um über Fruugo zu verkaufen.
Daniela Lendzion, Geschäftsführerin des Drop-Shipping-Handels CasaVivendi, ist eine von ihnen - und sie kann die Zurückhaltung ihrer Händlerkollegen gegenüber dem britischen Marktplatz nicht verstehen. Sie listet seit 2016 fast ihr gesamtes Sortiment auf Fruugo und verkauft dort an Kunden vor allem aus Skandinavien, aber auch in die Schweiz, nach Australien und in die USA. Rund 15 Prozent ihres Gesamtumsatzes erzielt die Erdingerin durch den internationalen Handel auf Fruugo. "Der Marktplatz ist damit nach Amazon.de mit Abstand mein zweitstärkster Kanal", so Lendzion. 
Besonders schätzt die Händlerin das einfache Prozedere. "Über die plentymarkets-Schnittstelle kann ich alle Produkte für ein Listing auf Fruugo mit ein paar Klicks auswählen", berichtet Lendzion. "Ansonsten braucht der Marktplatz von mir dann nur noch eine Aufstellung über die Länder, die ich beliefern will und die Versandkosten, die ich dafür berechne. Alles andere macht der Marktplatz selbst." 
Dazu gehört beispielsweise die gesamte Lokalisation der Produktdetailseiten inklusive Übersetzung, die Zuordnung der Produkte in die jeweils passenden Kategorien, das Suchmaschinenmarketing auf Produktebene sowie die Zahlungsabwicklung in den landestypischen Bezahlarten. Einmal wöchentlich erhalten Händler die Auszahlung ihrer Umsätze abzüglich einer Provision von 15 bis 20 Prozent. 

Keine Verkäufergebühr - bis 1. Januar 2020

Abgesehen davon war der Verkauf auf Fruugo bisher mit keinen weiteren Kosten verbunden; das wird sich jedoch ab 1. Januar 2020 ändern. "Ab 1. Januar 2020 werden wir eine Gebühr von 995 Pfund für die Einrichtung eines Verkaufs-Accounts erheben", teilte die Plattform kürzlich ihren Händlern mit. Wer noch bis Jahresende einen Händler-Account einrichtet, spart die Gebühr. 
Bei über 300 Online-Marktplätzen allein in Europa muss es nicht immer Amazon oder eBay sein - in unserer losen Serie "Marktplätze vorgestellt" wollen wir Plattformen genauer unter die Lupe nehmen, die in Deutschland oft unter dem Radar fliegen, aber dennoch für deutsche Online-Händler interessante Alternativen darstellen können. 



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