Vom B2B-Shop zum Marktplatz

Digitalisierte Produktdaten sind Aufnahmevoraussetzung

Das Interesse der Lieferanten ist hoch. Seit sich in der Branche herumgesprochen hat, dass Manroland Web Systems Marktplatzpartner sucht, steht das Telefon nicht mehr still. Doch noch suchen sich die Augsburger ihre Partner sehr gezielt aus: Im ersten Schritt werde die Webseite des Unternehmens überprüft und begutachtet, wie der Lieferant im E-Commerce aufgestellt ist. Anschließend fährt ein Zweier-Team von Manroland zum Merchant vor Ort und analysiert die Prozesse bei Bestell­eingang, Auftragsabwicklung und Logistik. Schließlich fällt es im Endeffekt auf Manroland Web Systems zurück, wenn ein Kunde lange auf eine Bestellung warten muss oder falsche Teile geliefert bekommt. Auch die Produktdaten müssen bereits ­digitalisiert vorliegen. Wenn ein Sachbearbeiter aufsteht und einen Ordner aus dem Regal holt, ist Wachter gedanklich schon wieder aus der Tür. Ergeben die ersten Prozessanalysen aber, dass eine Zusammenarbeit prinzipiell möglich wäre, steht Manroland Web Systems den Lieferanten auf Wunsch und gegen Honorar mit einem 40 Mann starken IT-Team auch als externer Berater bei der IT-Implementierung zur Verfügung.

Auf der Watchlist von Amazon Business

Bei der Suche nach Lieferanten stößt Wachter aber nicht nur auf digitale ­Anfänger, sondern auch auf solche, die bereits selbst einen B2B-Shop betreiben, diesen aber in der Hoffnung auf eine größere Reichweite bei Manroland abschalten und ihre Kunden auf den neuen Marktplatz verlinken. Durch die starke Position der Marke Manroland und das Vertrauen der Kunden können sie dort nämlich zum Teil ­höhere Preise erzielen als in ihrem eigenen Shop.
Befürchtungen, irgendwann von Amazon Business überrollt zu werden, haben die Augsburger bislang nicht. Derzeit liege der Fokus des E-Commerce-Riesen auf anderen Sortimenten und nicht auf dem eigenen Nischenmarkt. Einen Anruf von Amazon gab es aber schon. Der Tenor: "Wir beobachten Sie konsequent."



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